Ruhla NVA Kampfschwimmeruhr

      Ich muss das Thema noch mal ansprechen.
      Ich bin auf dieses Forum gestoßen, weil ich Informationen zur Kampfschwimmeruhr der NVA und zum Replik von Gardé gesucht haben. Verwundert war ich,
      dass hier, in einem Fachforum für Militäruhren, die Nachwende-Uhr (ich nenne sie immer Weimar-Uhr) als ein "Original mit seltenem Zifferblatt" bezeichnet wird. Siehe dazu meine Kommentar oben. Aber am meisten wundert mich, dass nach meine Beitrag, hier keine muntere Diskussion über "Original-im-Einsatz-gewesen" oder Nachbau entbrand ist. ???
      Ist eigentlich jemanden aufgefallen, dass bei der "originalen" Uhr (001528) die Walter am Anfang dieses Themas zeigt, die Gehäusekerbe (für den Deckel) bei 12-Uhr (gesehen von vorn) und bei der anderen, etwas später gezeigten, originalen Uhr (001461) von ihm bei 6-Uhr, ist?
      Das die Gehäuse der Repliken aus Edelstahl sind ist bekannt aber ich habe noch keinen Beleg gesehen, dass die originalen Uhrengehäuse aus Messing gewesen sein sollen. Gibt es Bilder eines gerockten Gehäuses wo das zu erkennen ist?
      Viele Grüße
      Mario
      Bei der 1461 ist das Messing an der Flanke deutlich zu sehen. Hier kommt es bräunlich durch, weil die Vernickelung an dieser Stelle komplett weg ist. Die Repliken sind von 1bis 999 nummeriert. Die NVA Ihren haben alle Nummer größer 1000. Edelstahluhren waren in der DDR extrem selten, erst recht bei Dienstuhren.

      Gruß,
      Walter
      "Ich bin ein Höhlenbewohner. Die Zimmer mit Aussicht überlasse ich Ihnen" - G. Bachmann
      Ich denke man kann von drei Chargen ausgehen.
      1. Uhren aus der DDR Zeit
      2. Uhren aus der Nachwendezeit aus alten Beständen.
      3. Replikas der neuen Firma Garde.

      Gruß,
      Walter
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      Jetzt wo du es sagst, habe ich auch braune Stellen an der einen Seite gesehen. Vielen Dank für den Hinweis.
      Die Repliken tragen die Nummern 101 bis 1099 laut Garantieschein.

      Was mir aber auffällt ist, dass es so viele gut erhaltene, ja fast neue, originale Kampfschwimmeruhren zu geben scheint. Müssten die meisten Uhren nicht eher wie deine 1461 aussehen?
      Was ist, wenn jemand für die bessere Optik einen originalen Deckel auf ein Gardé-Gehäuse schraubt? Wer würde den Unterschied, bei nicht beschädigter Vernickelung, sehen?
      Viele Grüße
      Mario
      Ja, das stimmt. Aber dieses Phänomen gilt für alle Dienstuhren der DDR. Von den echten im Einsatz getragenen gibt es deutlich weniger als z.B. Auszeichnungsuhren. Ich glaube auch, dass gerade bei der Ruhla viele Exemplare Kammerstücke sind, die nie oder nur spät entweder zur Auslieferung oder an den (West)-markt kamen. Hier mal ein paar getragene Dienstuhren:

      VOSTOK Amphibia Dienstuhren für die polnische Marine und die NVA der DDR

      Auszeichnungs- und Militäruhren der DDR

      Hanhart MdI: Beispiel Nr. 181 - Nr. 134 600

      Die Ruhlas muss man entweder "ankratzen" oder auch die Waage legen, um die "echten" von den Replikas zur unterscheiden.

      Gruß,
      Walter

      Gruß,
      Walter
      "Ich bin ein Höhlenbewohner. Die Zimmer mit Aussicht überlasse ich Ihnen" - G. Bachmann
      Ich hätte noch einen anderen Vorschlag.
      Bei meiner Internetrecherche habe ich Fotos von 13 Replikas der ersten Serie von Gardé (komplett mit Schachtel, Papiere und als Replika angeboten) gefunden. Alle haben die Gehäusekerbe bei 12-Uhr, wie deine 1528.
      Ich habe weiterhin Fotos von 5 "Weimar-Uhren" gefunden, die ja aus Restbeständen der DDR-Produktion gefertigt wurden. Alle diese Uhren haben die Gehäusekerbe bei 6-Uhr. Passende dazu deine 1461.
      Folglich lautet meine These, dass die echten DDR-Kamfschwimmeruhren-Gehäuse die Kerbe bei 6-Uhr haben müssen und deine 1528 ein Gardé-Gehäuse hat.
      Was meinst du, könnte das stimmen?
      Viele Grüße
      Mario

      travis1963 wrote:

      Hier bietet jemand ein ganzes Set an. Dabei ist auch eine originale Box und ein Garantiesschein aus 1988.

      ebay.de/itm/NVA-Ruhla-Taucheru…37711a:g:jYwAAOSwxIld2q41

      Gruß,
      Walter

      Welche Uhr wirklich zum Garantieschein gehört, ist nicht genau ersichtlich. Ich vermute die mit dem glatten Band und die ist leider nicht von hinten zu sehen. Eine Uhr hat auch ein Austauschwerk.
      Viele Grüße
      Mario

      fuchsgiro wrote:

      Ich hätte noch einen anderen Vorschlag.
      Bei meiner Internetrecherche habe ich Fotos von 13 Replikas der ersten Serie von Gardé (komplett mit Schachtel, Papiere und als Replika angeboten) gefunden. Alle haben die Gehäusekerbe bei 12-Uhr, wie deine 1528.
      Ich habe weiterhin Fotos von 5 "Weimar-Uhren" gefunden, die ja aus Restbeständen der DDR-Produktion gefertigt wurden. Alle diese Uhren haben die Gehäusekerbe bei 6-Uhr. Passende dazu deine 1461.
      Folglich lautet meine These, dass die echten DDR-Kamfschwimmeruhren-Gehäuse die Kerbe bei 6-Uhr haben müssen und deine 1528 ein Gardé-Gehäuse hat.
      Was meinst du, könnte das stimmen?


      Ich werde sie mal suchen und schaue mir das Gehäuse mal genauer an. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist wahrscheinlich auch das Lunetteninlay. Es gibt welche mit Leuchtpunkt und Inlays, die nur ein einfaches Dreieck haben. Dann der Nummernkreis: Die originalen Uhren Nummern, die nicht in einer Reihe eingeschlagen sind. Sie sind etwas "holprig". Die Replikauhren haben eine Seriennummer in einer Reihe. Fragen über Fragen ?( Ein relativ sicheres Merkmal für eine alte Uhr scheint mir vor allem das Messing zu sein.

      Gruß,
      Walter
      "Ich bin ein Höhlenbewohner. Die Zimmer mit Aussicht überlasse ich Ihnen" - G. Bachmann
      Denke das es hier her past ....
      Habe 2 Beschreibung zu welchen der Uhren gehören die genau?
      Habe die mal im Konvolut vom ehemaligen Sammler bekommen...leider hatte er die Uhren nicht mehr
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      Abschließend noch die Meinung von Artur Kamp, der ja zu Zeit der Herstellung beider Uhren in der Firma gearbeitet hat, zu den Unterschieden zwischen der NVA-Kampfschwimmeruhr und der ersten Replik von Gardé.

      Zitat aus seiner Mail:
      "1. Das Originalgehäuse wurde nach Vorgaben der NVA-Stabsstelle in Kühlungsborn und der Konstruktionsabteilung in Ruhla im Uhrenwerk Weimar konstruiert und hergestellt. Für das Replikgehäuse diente eine Musteruhr aus dem Bestand des Ruhlaer Uhrenmuseums als Vorlage; die Herstellung erfolgte in China.
      2. Das Originalgehäuse der Kampfschwimmeruhr besteht aus Messing und ist mattverchromt. Das Replikgehäuse ist aus Edelstahl.
      3. Das Gewinde der Originalschutzkrone besitzt M6 Feingewinde, das vom Replik hat M5 Feingewinde, d.h.diese Kronen sind nicht untereinander austauschbar.
      4. Zum Produktionsbeginn hatte die Lünette auf der 12 einen relativ unscheinbaren radioaktiven Leuchtpunkt, der später wegen gesundheitlicher Bedenken eliminiert wurde.
      5. Das Replik besitzt einen recht markanten Leuchtpunkt aus Superluminova.
      6. Die Arretiernase des Gehäusebodens liegt beim Original bei der Stellung „6-Uhr“, die beim Replik bei „12-Uhr“
      7. Beim Serienanlauf kam ein Dederon-Durchzugsband aus Pulsnitz/Sa. zum Einsatz, das Anfang 1988 durch ein PVC-Armband aus dem Plasteverarbeitungswerk Eisenach ersetzt wurde (gleiche Abmaße und Oberflächen-Struktur wie Replik-Armband)."


      Damit ist meine Recherche zum Thema "Gehäusekerbe" bestätigt und wir können somit die echten NVA-Uhren von den gebastelten (mit Gardégehäuse und Originaldeckel) unterscheiden.
      Viele Grüße
      Mario
      Es gibt noch eine dritte Kategorie: Die vom Juwelier Eppli in Stuttgart verkauften Uhren waren offenbar aus Restbeständen gefertigt. Das war lange vor der offiziellen Replika Uhr. Diese Eppli Uhren wurden damals offenbar mit dem 2. Zifferblatttyp nachgerüstet. Insofern stellen diese Uhren eine eigene Spezies dar.

      Gruß,
      Walter
      "Ich bin ein Höhlenbewohner. Die Zimmer mit Aussicht überlasse ich Ihnen" - G. Bachmann
      Hier ist so eine Eppli-Ruhla, sogar mit Datum. Man sieht an der Rückseite das durchschimmernde Messinggehäuse. Wie in der Werbeanzeige zu sehen ist, stammen die Originalteile aus Beständen des Herstellers.

      Gruß, Walter

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      "Ich bin ein Höhlenbewohner. Die Zimmer mit Aussicht überlasse ich Ihnen" - G. Bachmann
      Das ist genau diese "Weimar-Uhr" die ich meine.
      Möglich, dass die auch ein Juwelier aus Stuttgart verkauft hat. Meine Info war bisher, dass diese Uhren hauptsächlich nach Berlin gingen.
      Der Garantieschein gehört nicht zur dieser Uhr, da der für eine Uhr mit dem Kaliber 13-33 (nicht 13-32) gedruckt wurde. Somit passt auch das Datum nicht.

      Es bleibt bei 4 Varianten dieser Uhren
      1. NVA-Kampfschwimmer-Uhr aus der DDR (Stückzahl geschätzt vielleicht 200?)
      2. "Weimar-Uhr" mit originalem Gehäuse aber anderem Zifferblatt/Zeiger aus der Wendezeit (keine Kampfschwimmer-Uhr)
      3. 1. Replik von Gardé mit nur minimalen Unterschieden zum Original, siehe oben (Stückzahl 999)
      4. 2. Replik von Gardé mit geändertem Deckel und farbigen Zifferblättern
      Viele Grüße
      Mario
      Ich habe ein paar neue Infos zu den NVA-Kampfschwimmer-Uhren.
      Es scheint noch eine weitere "Fälschung" aus der Wendezeit zu geben. Zählt man die Zahl der angeblich produzierten originalen Gehäuse, es sollen 2000 Stück gewesen sein, zusammen - die in der Zeit von 1986 bis 89 an die NVA gelieferten vielleicht 200 Stück, mit den 1000 von Gardé 1992 montierten Uhren (die mit dem anderen Ziffernblatt/Zeigern -12 Zahlen), müssten noch rund 700 originale Gehäuse übrig geblieben sein.
      Die Zahlen verdeutlichen auch, wie selten wirkliche Originale sind.
      Jetzt habe ich vor ein paar Tagen die unten gezeigte Uhr erworben.
      Merkmale: - originales Gehäuse, Zifferblatt und Zeigerspiel, polierter Deckel (original?, wohl nicht), falsches Band (hat es nicht bei der NVA gegeben) und vor allen eine Schweizer Ronda-Werk.
      Die Uhren werden oft mit einem ungestempelten Garantieschein von 1988 angeboten.

      Meine Theorie:
      Mit diesen Uhren wurde der erste Schwung originaler Kampfschwimmeruhren-Gehäuse nach der Wende vom ehemaligen Gehäusehersteller in Weimar vermarktet. Die Gehäuse waren sicher schon mit den orig. Zifferblättern und Zeiger versehen oder noch auf Lager und da keine originalen Werke in Weimar zur Verfügung standen, wurden auf Ronda zurückgegriffen.

      Es ist also Vorsicht geboten, wenn man sich eine originale Kampfschwimmeruhr der NVA zulegen will.
      Dieses Angebot ist meiner Meinung nach so eine Uhr. Meine Frage nach dem Werk blieb bisher unbeantwortet.
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      Viele Grüße
      Mario