Auszeichnungs- und Militäruhren der DDR

      Diese Glashütte Spezimatic im TS200 Gehäuse wurde für einen Spitzenpreis (€ 2235)verkauft. Die Neuauflage dieser Uhr durch Glashütte Original scheint ihre Wirkung zu entfalten, denn gegenüber den überteuerten Repliken sind die Originale immer noch wahre Schnäppchen.

      ebay.de/itm/GUB-Glashuette-Spe…vip=true&nordt=true&rt=nc

      Gruß,
      Walter
      "Ich bin ein Höhlenbewohner. Die Zimmer mit Aussicht überlasse ich Ihnen" - G. Bachmann
      Die verkauft Uhr hatte übrigens einen nicht ganz passenden Austauschzeigersatz. Man sieht es an dem etwas zu lang geratenen Minutenzeiger. Die werden öfters im Internet angeboten. Ich vermute sie gehören wohl eher an die Nachwendeuhren.

      Gruß,
      Walter
      "Ich bin ein Höhlenbewohner. Die Zimmer mit Aussicht überlasse ich Ihnen" - G. Bachmann
      Sorry, aber der erste lange Text ist „verloren“ gegangen, da Anfänger! Kurzform: Ich behaupte dreist, dass ich jeweils ein Exponat aller Sondereditionen der VEB GUB Glashütte frei nach H.G. Donner‘s Klassifizierung mein Eigen nenne. Ich rufe alle Spezialisten auf, ein Thema Bilddokumentation Sondereditionen 28.1 Goldgehäuse bis 1989 Parteitagsuhr (ohne Parteitag...) ins Leben zu rufen und dadurch eine reiche Ansicht herbeizuführen, oder im Idealfall, sogarungeahnte Schätze zu heben. Bedingung: Limitierte Originalproduktion des Herstellers zu einem bestimmten Zweck/Anlass orientiert an der Einschätzung der ruhmreichen Donner-Website! LG Ronald
      Servus Ronald, auch ich schätze die Seite von HGD sehr und bin schon neugierig auf Deine Beiträge.
      Also dann mal Parteitagsuhr ohne stattgefundenem Parteitag...
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      Uhren aus der DDR, insbesondere Auszeichnungs- und Militäruhren, sind ein spannendes Thema. Glashütte Original hat gerade mit seiner Neuedition der Spezimatic Taucheruhr unbeabsichtigt die Türe zu diesem Sammelgebiet aufgestoßen. Ich kann mich Erich nur anschließen und freue mich auf Deine Beiträge Ronald! :)

      Gruß,
      Walter
      "Ich bin ein Höhlenbewohner. Die Zimmer mit Aussicht überlasse ich Ihnen" - G. Bachmann
      Ich starte nach dem Wochenende mit ein, zwei besonderen Schätzen (28.1 im Goldgehäuse und Spezimatic 30 Jahre DBD - meiner Erfahrung nach die beiden sehr schwierig zu bekommenden). Aber ich würde mich freuen, wenn auch andere Enthusiasten ihre Modelle präsentieren würden, so wie es Erich in höchst anerkennenswerter Form tut und damit museumsreife Arbeit leistet!
      Grosse Versprechungen... Ich schaffe es einfach nicht, meine angekündigten Bilder einzustellen. Ich bitte um Hilfe, wie man Bilder in den Themenchat integriert. Ich denke, die Dateigrössen sind zu gross... Ich versuche es unterdessen weiter... Tut mir leid! Asche auf mein Haupt...
      ...jetzt gelungen, zumindest halbwegs...

      VEB GUB Glashütte Kal. 28.1 im Goldgehäuse von 1953 (Echtheitsbestätigung mit Auszug aus Verkaufsbuch ehem.VEB Lange & Söhne im Glashütter Uhrenmuseum liegt vor), Sonderedition 1.432 Stück ins In- und Ausland verkauft.

      VEB GUB Glashütte Spezimatic Kaliber 75 (26-06) mit Sonderziffernblatt "30 Jahre DBD", Produktionszeit IV. Quartal 1977 (die Uhren wurden 1978 anlässlich des 30jährigen Bestehens der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands überreicht), Sonderedition, Produktionszahl unbekannt, vermutlich maximal im dreistelligen Bereich. Unterlagen sehr schwer zu bekommen. Es stehen kaum oder gar keine Recherchemöglichkeiten zur Verfügung.
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      travis1963 wrote:

      Uhren aus der DDR, insbesondere Auszeichnungs- und Militäruhren, sind ein spannendes Thema. Glashütte Original hat gerade mit seiner Neuedition der Spezimatic Taucheruhr unbeabsichtigt die Türe zu diesem Sammelgebiet aufgestoßen. Ich kann mich Erich nur anschließen und freue mich auf Deine Beiträge Ronald! :)

      Gruß,
      Walter


      Das kann ich bestätigen! Was genau die Absicht des Herstellers war, wird man wohl aus offenen Quellen nie genau erfahren. Mir wurde bekannt, dass die limitierte Edition (69 Stück weltweit) der neuen SeaQ (SeaQ 1969) extrem hoch nachgefragt wird und weltweit lange Wartelisten existieren. Da sich die limitierte Edition im Design sehr stark an dem Original von 1969 orientiert, welches damals ohne Importe der Gehäuse und Zifferblätter aus Westdeutschland (Pforzheim) gar nicht realisiert hätte werden können (z.B. Wasserdichtheit bis 20 ATM), hat GO die damaligen Geschäftskontakte wissentlich oder unwissentlich wiederbelebt. Auch heute verfügt GO wieder über eine Dependance in Pforzheim, die Ziffernblätter herstellt (durch Übernahme eines Unternehmens, welches schon in DDR-Zeiten an die VEB GUB geliefert hat). Auch wenn gewohnt hohe Preise verlangt werden, so ist doch eindeutig sichtbar, dass auch die Produktion der VEB GUB dadurch mehr als gewürdigt wird. GO hat der Tradition der Uhrenherstellung in Glashütte damit auch für die Zeit zwischen 1948 und 1989 die Würde zurück gegeben, die sie immer verdient hat. Ich glaube, da ist ein Fenster aufgestossen worden, welches wir nunmehr über viele Jahre begleiten können.

      w113_sl280 wrote:

      Ja, die Preise sind derzeit niedriger als vor ein/zwei Jahren ...
      Parteitage waren immer ein willkommener Anlass für Ehrengaben.
      Zum VII. Parteitag der SED, der vom 17. bis 22. April 1967 in Berlin stattfand, gab es eine Spezimatic.


      Hier dürfte ein berechtigter Recherchegrund vorliegen, ob es sich bei dieser Uhr nicht um eine Sonderedition handeln könnte, die bislang noch nicht erkannt worden ist. Sondereditionen sind ja dann vorliegend, wenn der Hersteller explizit zur Herstellung eines bestimmten Kontingents an speziell für diesen Anlass zu produzierenden Uhren beauftragt worden wäre und ausschließlich für diesen Zweck produziert hätte. Der Unterschied zur "schnöden" Auszeichnungsuhr ist genau dieser Umstand. Die Uhr zum VII. Parteitag hat eine spezielle Bodenprägung und eine Box, die ich so noch nie gesehen habe. Hast du mehr Informationen zum Hintergrund der Uhr Erich?
      Guten Morgen Ronald und danke für Deine Ausführungen.
      Dann beginnen wir einmal mit der Kal. 28.1:
      Basierend auf dem Kaliber 48.1 von Lange&Söhne (B-Taschenuhr) wurde dieses Handaufzugskaliber vorerst noch von VEB Mechanik Lange&Söhne entwickelt und vertrieben, später dann mit Zusammenschluss der Uhrenindustrie unter GUB. Es gibt Versionen mit Lange-Kennzeichnung auf Werk und Zifferblatt, Lange-Kennzeichnung auf Werk und GUB-ZB sowie die späteren mit reiner GUB-Markung.
      An Gehäusen wurden verchromte vergoldete und wenige 585-Gold verwendet, es soll auch minimalste Stückzahlen an Silbergehäusen gegeben haben.
      Inwieweit diese Golduhren auch ehrenhalber verliehen wurden oder nur zur Geldabschöpfung dienten ist mir nicht bekannt.
      Ich haben neben anderen Ausführungen, von der 585-Ausführung 2 Varianten, eine mit Lange-Werk und eine GUB.
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      Tucano950 wrote:

      w113_sl280 wrote:

      Ja, die Preise sind derzeit niedriger als vor ein/zwei Jahren ...
      Parteitage waren immer ein willkommener Anlass für Ehrengaben.
      Zum VII. Parteitag der SED, der vom 17. bis 22. April 1967 in Berlin stattfand, gab es eine Spezimatic.


      Hier dürfte ein berechtigter Recherchegrund vorliegen, ob es sich bei dieser Uhr nicht um eine Sonderedition handeln könnte, die bislang noch nicht erkannt worden ist. Sondereditionen sind ja dann vorliegend, wenn der Hersteller explizit zur Herstellung eines bestimmten Kontingents an speziell für diesen Anlass zu produzierenden Uhren beauftragt worden wäre und ausschließlich für diesen Zweck produziert hätte. Der Unterschied zur "schnöden" Auszeichnungsuhr ist genau dieser Umstand. Die Uhr zum VII. Parteitag hat eine spezielle Bodenprägung und eine Box, die ich so noch nie gesehen habe. Hast du mehr Informationen zum Hintergrund der Uhr Erich?


      Also außer dem Anlass, eben den VII. Parteitag hab ich keine weiteren Hintergrundinformationen. Die "Box" in die ich die Uhr für die Bilder gelegt habe ist ursprünglich nicht für die Uhr bestimmt gewesen, da war mal etwas anderes drin, eine Nagelschere oder so was ähnliches. Hab ich nur zu Dekorationszwecken so drapiert. So ein Etui hab ich auch für die Kampfgruppen.
      30 Jahre DBD
      Teil 1
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      Teil 2
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      Na, Erich, sind wir denn die einzigen beiden Aufrechten, die über diese beiden Modelle verfügen? Ich bin sehr beeindruckt über deinen reichhaltigen Fundus, da ich auch sehr genau weiss, welche Mühen und Kosten es erfordert, derartigen Seltenheiten zu erwerben. Dennoch möchte ich auch andere „Forianer“ motivieren, ihre Lieblinge vorzustellen, um die immer noch recht dünne Datenzu es zu erweitern. Ich setze morgen chronologisch meine Bildvorstellungen fort.

      Beste Grüsse

      Ronald

      Weiter gehts...

      So, weiter gehts! Ich hoffe auf rege Beteiligung...

      VEB GUB 60.2 mit Streifenschliff. Auffällig auch die Bearbeitung der Innenseite des Bodendeckels. Es fällt auf, dass der Minutenzeiger neu fixiert werden muss. So fallen im Zuge der Bildbearbeitung nötige Kleinreparaturen auf. Ein positiver Seiteneffekt. Zu der 60.2 Sonderedition ist sehr wenig bekannt, wird aber durchaus zu den Sondereditionen gezählt. Eine Anreicherung an Hintergrundinformationen ist sehr erwünscht.
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      Ein ebenfalls - aus meiner Sicht - sehr rares Exemplar: Eine VEB GUB 68.4 Automat erworben ca. 2011 aus sehr verlässlicher Quelle im Herzen Glashüttes. Das Ziffernblatt verrät, genauso wie eine Prüfung des Werks, dass es sich hierbei um eine Sonderedition des Standardkalibers 68.1 handelt, welches zu Zwecken des Westexports (Firma Quelle Versand mit einem Extra-Auftrag für ca. 500 Stück) mit 25 Steinen ausgestattet wurde. Der damalige Verkaufspreis in DM war - gelinde gesagt - sehr attraktiv für eine Uhr derartiger Qualität. So wurde die - zugegeben zunehmend standardisierte und automatisierte - Herstellung Glashütter Uhren für dringende Devisenbeschaffungsmaßnahmen "missbraucht". Ein Umstand, der zwar gerne im Westen instrumentalisiert wurde, die Qualitätsproduktion im Osten aber letztendlich ad absurdum führte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass führende Köpfe der Glashütter Produktion von damals in ihren Herzen diese Maßnahmen gutheissen konnten.

      Ich kann bestätigen, dass die laut Donner erforderliche Echtheitsprüfung, die nur durch Demontage des Werks ermöglicht wird, (die 25 Steine (Rubis) sind nur festzustellen, wenn das Werk Ziffernblatt-seitig geprüft wird) auch die korrekte Anzahl an Rubis ergeben hat. Die Uhr ist in einem sehr guten Zustand. Leider fehlen Begleitdokumente (Garantieschein und Rechnung) und Box, aber man kann ja nicht alles haben. Vielleicht kann Erich hier aus seinem Fundus komplettieren. Frage: Wer verfügt noch über ein Exemplar? Diese Uhr dürfte nur noch sehr, sehr selten den Besitzer wechseln können.
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      Tucano950 wrote:

      So, weiter gehts! Ich hoffe auf rege Beteiligung...

      VEB GUB 60.2 mit Streifenschliff. Auffällig auch die Bearbeitung der Innenseite des Bodendeckels. Es fällt auf, dass der Minutenzeiger neu fixiert werden muss. So fallen im Zuge der Bildbearbeitung nötige Kleinreparaturen auf. Ein positiver Seiteneffekt. Zu der 60.2 Sonderedition ist sehr wenig bekannt, wird aber durchaus zu den Sondereditionen gezählt. Eine Anreicherung an Hintergrundinformationen ist sehr erwünscht.


      Moin Roland, danke für den Beitrag.
      Dazu eine Anmerkung:
      Die von Dir gezeigte Uhr ist eine seltene Version einer Kal. 60, keine Kal. 60.2 (siehe auch Prägung am Werk und fehlendes Q am ZB).






      Das Kal. 60.2 ist die Güteversion des Kal. 60 mit dementsprechenden Modifikationen am Werk um bessere Ganggenauigkeit zu erzielen.
      Es gab davon wie bei HGD beschrieben verschiedene Werksausführungen. Ich bin aber nicht der Auffassung dass es sich dabei um eine Sonderedition handelt, sondern um eine eigenständige Variante wie die Kal. 60.3 als Güteausführung zur Kal. 60.1 und eigene Güteuhren zum Kal. 70.1 ( 70.1 Q und 70.3 Q).
      Noch nicht geklärt ist, ob es für die 60.2 auch eine Chronometerausführung gab, wie es bei 60.3, 70.1 und 70.3 der Fall ist.