IWC Cal. 67 Beobachtungsuhr der Kriegsmarine

      IWC Cal. 67 Beobachtungsuhr der Kriegsmarine

      IWC Borduhr, für die deutsche Kriegsmarine 2. Weltkrieg,

      IWC Cal. 67 Beobachtungsuhr der Kriegsmarine
      Lepine

      Hersteller International WatchCo. Schaffhausen, Schweiz
      Nickelgehäuse (Met. blc.)

      Werk
      Brücken-Ankerwerk
      Feinregulage mit Gegendruckfeder
      Werk Cal.67
      15 Steine
      Gepresste Chatons
      Breguet Spirale
      Handaufzug

      Zifferblatt
      Leucht-Zifferblatt(Zink-Sulfid)
      Signiert, KM/ International Watch Co.Schaffhausen
      Kleine Sekunde bei der 6

      Werknummer 1068201
      Gehäusenummer 1103532
      Registriernr. M9307/2KL
      Geliefert in eine Charge von 400 Uhren, am 7.Sept.1944 an den Deutschen General Importeur, Gerl & Schipper in Köln.

      Es wurden nur 1000 Uhren mit ZnS Zifferblätter hergestellt und geliefert, viele davon sind leider auf dem Boden der Meere!
      In der mitabgebilderte Dienstanweisung werden die B-Uhren 2.Klasse Lieferanten genannt;
      Laco, Stowa, oder Schweizer Hersteller.. IWC, Vacheron & Constantin, Cortébert, Ulysse Nardin, aber auch Solvil (Paul Ditisheim) und Paul Buhré.


      Jürgen King(der leider jetzt in Rente ist) hat dazu geschrieben;

      Beobachtungsuhren mit Zifferblattaufdruck 'KM' und Schriftzug 'International Watch Co. Schaffhausen'.
      Zusammengestellt von J. King 24.04.01
      Es wurden zwei Ausführungen von Beobachtungsuhren hergestellt, wobei die Unterschiede sehr deutlich sind. Die erste Ausführung hatte ein Stahlgehäuse mit einem sichtbaren Zifferblattdurchmesser von 41 mm und die Referenznummer 135, das Metallzifferblatt trug den Aufdruck 'KM' sowie den IWC Schriftzug. Hiervon wurden zwei Serien gefertigt, die erste Serie waren 365 Stück mit den Gehäusenummern l 074 901 - l 075 264, ausgeliefert von Juli 1942 bis Dezember 1942 an Gerl und Schipper in Köln. Die zweite Serie waren 300 Stück mit den Gehäusenummern 1076201 - 1076500, ausgeliefert von August 1942 bis Dezember 1942. Auf dem Gehäuseboden war der 'Reichsadler' eingeprägt, ebenso die Qualitätsbezeichnung 'II. Kl' und die laufende Nummerierung 'M 6038' war eingraviert. Im Stammbuch ist noch vermerkt unter Gehäuse 'met. blc. Saxonin, polie, unie' und Kaliber '67-18''' H 5' von dieser ersten Ausführung wurden insgesamt 665 Stück hergestellt.
      Die zweite Ausführung hatte ein Nickelgehäuse mit einem sichtbaren Zifferblattdurchmesser von 49 mm. Die erste Lieferung hatte ein Emailzifferblatt mit Aufdruck ''KM' und den IWC-Schriftzug. Unter den Gehäusenummern 1080101 - 1081600 wurden 1500 Stück gefertigt und zwischen dem 13. Jan. bis 21. Dez. 1943 an Gerl und Schipper in Köln ausgeliefert.
      Weitere Lieferungen wurden mit voll leuchtenden Zifferblättern ausgestattet, ebenfalls mit 'KM' und IWC- Schriftzug versehen unter den Gehäusenummern, Auslieferung an Gerl + Schipper in Köln zwischen dem 7. September und dem 8. November 1944:
      1103251 - 1103650 400 Stück
      1107001 - 1107200 200 Stück
      1107501 - 1107900 400 Stück
      Total: 1.000 Stück

      Somit wurden insgesamt 2.500 Stück mit Zifferblattdurchmesser 49 mm ausgeliefert, aufgeteilt in 1.500 Stück mit Emailzifferblatt, und 1.000 Stück mit Leuchtzifferblatt. Bei beiden Ausführungen war in den Gehäuseboden der 'Reichsadler' eingeprägt, sowie die Bezeichnung 'II Kl' und die fortlaufende Nummerierung wurde graviert z. B. 'M 10215'. Bei allen Beobachtungsuhren wurde das Kaliber 67-18''' H 5 eingesetzt.
      Unter den Gehäusenummern 1080101 - 1081600 treten einige Bundeswehr-Uhren auf, die folgende Veränderungen zeigen:
      1) Das Email-Zifferblatt wurde durch ein Metallzifferblatt ohne Beschriftung ausgetauscht.
      2) Der Gehäuseboden wurde ersetzt und mit der Versorgungsnummer der Bundeswehr graviert '12-121-8633'. Wer diese Arbeiten ausgeführt hat, konnte noch nicht recherchiert werden.
      Das Nachfolgemodell für die Bundeswehr war mit der Versorgungsnummer '6645-12-151-5866' gekennzeichnet und der dazugehörende Aufbewahrungskasten in Holz mit Klarsichtschieber hatte die Versorgungsnummer '6645-12-124-9144'.
      Deutsche - Militäruhren: Beschreibung
      1.) Beobachtungsuhren im Stahlgehäuse mit Metallzifferblatt und Aufdruck 'KM' und IWC - Schriftzug. Der sichtbare Zifferblattdurchmesser ist 41 mm. Rückseite: 'Reichsadler' geprägt 'M 60 38' laufende Nummer graviert 'II. Kl.' Chronometer II. Kl. Innen im Boden sind die Gehäusenummer + der Probusstempel eingeprägt, Innenboden für Staubschutz mit eingeprägter Gehäusenummer.
      Text im Stammbuch u. a.: Ref 135, Kaliber 67 H5 18''', Gehäuse met. bic. Saxonin polie - unie Ouv. 41 mm
      Gehäuse Nummern:
      107 4901 bis 107 5264 = 365 St. Gerl + Schipper 14. Juli 1942-9. Dez. 1942
      107 5265 bis 107 5500 = 235 St. verschiedene Detailisten 1943 - 44
      107 6201 bis 107 6500 = 300 St. Gerl + Schipper Aug. 1942-Dez. 1942
      Total = 665 Stück
      2.) Beobachtungsuhren im Nickelgehäuse (Met. blc.) mit Emailzifferblatt und Aufdruck 'KM' und I WC - Schriftzug. Der sichtbare Zifferblattdurchmesser ist 49 mm. Rückseite: 'Reichsadler' geprägt 'M 9331' laufende Nummer graviert 'II K l'. Innen im Boden sind die Gehäusenummer + der Probus- Stempel eingeprägt. Innenboden für Staubschutz mit ein- geprägter Gehäusenummer
      Text im Stammbuch: Lep. bassine anglaise grnde rehaut pour glace incassable sans charniere, Kal. 67 -18/22''' H5, tampon special 'Aigle allemand' 'M II. Kl.' Fr. 185,- net
      Gehäuse Nummer:
      108 0101 - 108 1600 = 1500 St. G.+ Sch. 13. Jan. 1943-21. Dez 1943
      110 3251 - 110 3650 = 400 St. G,+ Sch. 7, Sept. - 25. Okt. 1944
      110 7001 - 110 7200 = 200 St. G + Sch. 12. Oct. - 25.Oct. 1944
      110 7501 - 110 7900 = 400 St. G.+ Sch. l. Nov. - 8. Nov. 1944
      Total = 2500 Stück
      3.) Beobachtungsuhr im Nickelgehäuse ( Met. bic.) mit voll leuchtendem Zifferblatt und Aufdruck' KM' und IWC - Schriftzug. Der sichtbare Zifferblattdurchmesser ist 49 mm Rückseite ' Reichsadler' geprägt ' M 9331' laufende Nummer graviert 'II. Kl.' . Innen im Boden sind die Gehäusenummer + der Probusstempel eingeprägt, Innenboden für Staubschutz mit eingeprägter Gehäusenummer.
      Text im Stammbuch u.a.: Kal 67-18/22''', tampon special 'Aigle allemand' 'M II. Kl.' Fr. 185,- net
      4.) Beobachtungsuhr im Nickelgehäuse ( Met. bic.) mit Emailzifferblatt und IWC - Signatur. Der sichtbare Zifferblattdurchmesser ist 49 mm Rückseite : Versorgungsnummer '12 - 121 - 8633' der Bundeswehr Restbestände der 'KM' Beobachtungsuhren im Nickelgehäuse wurden von der Bundeswehr übernommen und mit Zifferblättern ohne KM ausgestattet. Ebenso wurde die Bodengravur (Reichsadler, M-Nummer, sowie das Gütezeichen II Kl.) aus geschliffen und durch die Versorgungsnummer (12-121 -8633) ersetzt. Wie viel Stücke umgebaut wurden kann bis jetzt nicht nachvollzogen werden, schätzungsweise eher eine geringe Anzahl.
      5.) Beobachtungsuhr im Stahlgehäuse mit Metallzifferblatt und IWC - Schriftzug. Rückseite Eigentumsnummeierung der Bundeswehr (Versorgungsnummer) '6645-12-151-5866' IWC - Referenz 5301 Kaliber 9720 mit Incabloc - Stoßsicherung 17 Steine 18 000 Halbschwingungen pro Stunde. Spezial Holzkasten mit Versorgungsnummer 6645 -12-124-9144 auf der Rückseite eingeschlagen. Letzte Lieferung 1987 total 47 Stück + 7 Stück zusätzlich.


      Gruß

      Jimmy
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      Post was edited 5 times, last by “Geronimo” ().

      Hallo Kai,
      die Dienstanweisung lässt keinen Spielraum...und gut so :zwinkern:

      Hier ist ein Artikel über diese Uhren, von Adrian v. d. Meijden, veröffentlicht im März 2011 im British Horological Journal in English, und im April 2011 im Klassic Uhren Magazin auf Deutsch.





      Gruß

      Jimmy
      Gruß

      Jimmy
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      Don't talk to me about naval tradition. It's nothing but rum, sodomy and the lash.
      Sir Winston Churchill
      Glückwunsch Jimmy ! Diese Uhr steht zweifelos noch auf meiner Wunschliste. In so einer kompletten Ausführung mit Flattermann sehr schwer zu bekommen. :gut:

      Gruß,

      Walter
      "Ich bin ein Höhlenbewohner. Die Zimmer mit Aussicht überlasse ich Ihnen" - G. Bachmann
      Auf Dokument Nr. 2456. Dienstanweisung – Zeitmeßgeräte der Kriegsmarine, Herausgegebenn vom Oberkommando der Kriegsmarine, Berlin. Januar 1945.

      Was ich mit gepostet hatte mit der Uhr.
      Gruß

      Jimmy
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      Sir Winston Churchill
      Aus gegebenem Anlass möchte ich hier meine unter 4.) (erster Post von Geronimo) fallende Cal. 67 TU posten. Sie ist mir gestern zugeflogen und ergänzt meine kleine IWC-BUND-TU-Sammlung:



      NSN 12-121-8633 mit neuem ZB, entnazifiziertem Deckel und "Gravur" MSM 2 für "MarineSchule Mürzik", wo sie die letzen Jahre im Einsatz war.







      Herzliche Grüße,

      Marcus
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      Schöne Uhr mit Geschichte. Meine ist in eine original alte Bund Schachtel ;)
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      Gruß

      Jimmy
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      Sir Winston Churchill
      @ Geronimo: ebenfalls eine schöne Cal. 67, Jimmy ;)

      Als Ergänzung nochmal die 5301 BUND mit Cal. 972-0 mit vergoldetem Werk und Incobloc-Stoßsicherung [s. unter 5.) eine von 47+7 ] die es auch in der zivilen Ausführung gab, dann aber mit römischen Zahlen.







      ...und originalem Kasten (wobei der Kasten der Cal. 67 auch original ist, wahrscheinlich aber nicht aus den 1940ern) :)



      Grüße,

      Marcus
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      MarcusH wrote:

      Cal. 972-0


      Die Cal. 972-0 ist ein Gedicht!...Vielleicht sollte man einen separaten Thread für diese Bund Taschenuhren eröffnen, zumal ich noch ein paar interessante habe, z.B Cortébert Bund?
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      Gruß

      Jimmy
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      Hier noch einmal die Dokumente der KM zur Verwendung der Uhren auf den einzelnen Schiffstypen. Gruß, Walter
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      "Ich bin ein Höhlenbewohner. Die Zimmer mit Aussicht überlasse ich Ihnen" - G. Bachmann
      Hallo zusammen
      Ich hoffe das meine Frage hier her passt!
      Welche BUhr gehört in welcher Holzkiste?
      Hat jemand genaue Informationen?
      Habe bereits verschiedene Modelle in den unterschiedlichsten Kisten gesehen!
      Danke schon mal
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