Seltene LEONIDAS Bund bei Ebay

      Da stellt sich die Frage nach dem "fairen Preis" für diese Uhr. :?: Ist schwer zu sagen. Bei 255 Stück und einem Preis für eine normale Heuer von ca. 2K ist die Hälfte seines Preis sicher unrealistisch. Ausrutscher gibt es immer wieder. Aber ich sehe die Uhr schon bei 3K bis 4K. Für eine Sternzeit werden mittlerweile 5K aufgerufen und bezahlt.

      Freu Dich, dass Du Deine so günstig erworben hast. Ich werde mir keine mehr leisten wollen.

      Gruß,

      Walter
      "Ich bin ein Höhlenbewohner. Die Zimmer mit Aussicht überlasse ich Ihnen" - G. Bachmann
      Diese Leonidas hatte ich natürlich auch schon auf dem Schirm. Alte Hasen hier im Forum wissen auch sicher warum ;) . Im letzten Jahr ging eine in Ebay weg (in die Schweiz) für rund 2.600€. Ich habe im letzten Jahr (meine dritte Leonidas Cal. 222...die erste in der orig. BW-Konfiguration) auch eine gekauft für rund 2,5k€. Walter hat Recht; grundsätzlich steigen die Preise. Von den 255 Stück wurden etliche vernichtet (Reparatur wurde als zu teuer eingestuft...kein Witz!), einige sind in dunklen Kanälen verschwunden und etliche wurden über die Vebeg veräussert; einige davon hat der alte Sinn über die Vebeg gekauft und auf Sinn-Ziffernblatt umgerüstet. Das bedeutet, dass von den ehemals 255 Stück nur noch ein kleiner Teil existiert, der wirklich 100% original ist. Auch das spricht für den höheren Preis wie von Walter angedeutet.

      Ein weiteres Problem sind die Ziffernblätter. Bei diesen alten Leonidas wurden die Glasdichtungen mit einer öligen Substanz behandelt, um die Dichtigkeit beim Glas zu erhöhen. Das war eigentlich Nonsense, da der Hauptschwachpunkt bzgl. der Dichtigkeit bei der Krone lag. Schwerwiegender Nebeneffekt dieser öligen Angelegenheit war und ist, dass diese orig. Ziffernblätter unter der "Ölkrankheit" leiden: das Ziffernblatt saugt sich von außen nach innen mit Öl zu; die Indexe und Ziffern fallen mit der Zeit ab. Beispiel siehe hier:



      Dieser Prozess ist so nicht mehr aufzuhalten! Auch die gerade bei Ebay angebotene Leonidas hat dieses Problem (Indexe bei der "3" sind schon abgefallen). Genauso wie die im letzten Jahr über Ebay verkaufte Leonidas und auch mein Exemplar hat dieses Problem.
      Daher suche u.a. auch ich nach orig. gut erhaltenen Leonidas-Ziffernblättern. Früher gab es auch noch Uhren auf dem Markt, die noch ein sehr gutes Blatt hatten. Diese sind exakt baugleich zu denen der meisten italienischen Leonidas Cal. 222. Aber auch dort sind Ziffernblätter extrem schwierig zu bekommen. Ich habe jedenfalls noch keine gesehen.

      @Martin: Könntest du von deiner Leondias mal ein paar Fotos einstellen? Das wäre toll. Ich hänge dann mal noch ein paar Fotos von meinen Uhren dran.

      Gruß
      Harald
      Unter der kleinst'n Steppdeck'n...kann der größte Depp steck'n!

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      Danke Dir Harald; habe wieder etwas gelernt. Sachen gibt´s - Öl als Dichtung. ;( Die Uhr aus der Auktion sieht ja noch ganz gut aus. Wahrscheinlich wurde das Öl ranzig. :)

      Gruß,

      Walter
      "Ich bin ein Höhlenbewohner. Die Zimmer mit Aussicht überlasse ich Ihnen" - G. Bachmann
      Hallo Martin,

      tolles Foto :thumbup: . Deine Leonidas sieht toll aus. Ich hatte mich lange Zeit gefragt, warum viele der alten Leonidas unterschiedliche Ziffernblätter haben. Das betrifft auch die italienischen Modelle. Mittlerweile können wir uns die Frage wohl selbst beantworten. Die alten orig. Ziffernblätter waren kaputt; andere Ziffernblätter (vermutlich aus dem zivilen Markt) mussten dann aushelfen.

      Was die aktuelle Leonidas in Ebay angeht: Durch ein Telefonat mit einem anderen Sammler konnte ich die Quelle für diese Uhr lokalisieren. Der Käufer hatte die Uhr erst im letzten Jahr direkt von privat erworben...ich darf verraten zu einem deutlich günstigeren Preis als den, den er in Ebay ausgeschrieben hat.


      Ansonsten hatte ich vor der Foren-Umstellung noch im FT versprochen, einmal meine Cal. 222 Uhren zu zeigen. Warum also nicht gleich jetzt? :D . Hier sind meine drei Cal. 222 mit Leonidas-Ziffernblätter:





      Links die italienische CP-1 die zu 100% baugleich zu der deutschen Leonidas war inkl. dem Ziffernblatt mit den folgenden Unterschieden die rein in der weitern Bearbeitung lagen (das Grundgehäuse ist das gleiche): das Gehäuse der CP-1 war poliert; bei dem BW-Modell wurden zudem die eckigen Arme abgerundet.

      In der Mitte sehen wir das orig. BW-Modell mit dem ursprünglichen Ziffernblatt. Die CP-1 und das BW-Modell haben beide verölte Ziffernblätter.

      Rechts sehen wir ebenfalls eine Leonidas Bund mit einem gewechselten Ziffernblatt; dieses sieht wiederum anders aus als das von Martins Leonidas. Im Web lassen sich noch einige weitere unterschiedliche Ziffernblätter finden.


      Hier ist nochmal die BW-Leonidas vergrößert:



      Links oben zwischen der 10 und 11 kann man die Indexe erkennen, die sich bereits vom Ziffernblatt gelöst haben.



      Im nächsten Bild sehen wir ebenfalls eine Leonidas mit Bund-Boden, die früher von Sinn ein neues Ziffernblatt erhalten hat:



      Dieses Ziffernblatt habe ich so bisher bei keiner anderen Sinn 155 (mit Valjoux 230) gesehen, was für die Authentizität des Sinn-Umbaus für diese Cal. 222 spricht. Der Vorbesitzer hatte zudem diese Uhr zu einem Service bei Guinand eingeschickt. Hier wurde die Echtheit dieser Sinn auch bestätigt.


      Hier ist nochmal die Leonidas mit einem Wechselblatt:



      Diese Leonidas wurde einmal überarbeitet und befindet sich in einem sehr guten Erhaltungszustand. Ich konnte diese schon vor vielen Jahren noch zu einem deutlich günstigeren Preis erwerben.


      Legt man die CP-1 und die BW-Leonidas nebeneinander, so kann man gut die Unterschiede am Gehäuse erkennen:




      Zum Abschluß gibt's nochmal ein Gruppenfoto mit allen meinen Cal. 222 Uhren:



      HIer kann man ganz links noch die kleinere (italienische) CP-2 sehen, die an Hubschrauber-Piloten ausgegeben wurde.


      Wer noch weiterlesen mag: Diese CP-2 wurde später durch die Breitling 817 ersetzt, welche dann ein Valjoux 736 ohne Flyback hatte:



      Ich konnte diese Breitling ebenfalls im letzten Jahr meiner Sammlung hinzufügen, nachdem ich sehr lange Zeit danach gesucht hatte. Es wurden nur ca. 700 Stück hergestellt. Entsprechend schwierig ist es mittlerweile, eine gut erhaltene 817 zu einem vernünftigen Preis zu bekommen.


      Ich hoffe die Bilder haben Euch gefallen. Vielleicht hat noch jemand weitere Hinweise oder Bilder.


      Gruß
      Harald
      Unter der kleinst'n Steppdeck'n...kann der größte Depp steck'n!
      :thumbsup: Spitzenmäßig Harald. Du bist ein echter Spezialist, was diese Uhren betrifft. Dem alten Helmut wollen wir mal seinen Bildersturm verzeihen. Die Uhren wären sicherlich damals schon mehr wert gewesen aber man dachte praktisch oder oberflächlich. Es war ja noch keine Mangelware.

      Gruß,

      Walter
      "Ich bin ein Höhlenbewohner. Die Zimmer mit Aussicht überlasse ich Ihnen" - G. Bachmann

      travis1963 wrote:

      Danke Dir Harald; habe wieder etwas gelernt. Sachen gibt´s - Öl als Dichtung. ;( Die Uhr aus der Auktion sieht ja noch ganz gut aus. Wahrscheinlich wurde das Öl ranzig. :)

      Gruß,

      Walter


      Ein Bekannter, ehemaliger BW-Uhrmacher und bestens mit der Leonidas vertraut, hat übrigens zu der Zeit damals Heuer direkt angeschrieben wegen dieser öligen Dichtmasse. Er wollte wissen, um welche Substanz es sich gehandelt hat. Leider hat Heuer sein Schreiben niemals beantwortet :/ . Wieso ich gerade jetzt darauf komme? Die Uhr aus der Auktion oben ist zwischenzeitlich wieder aufgetaucht. Später dazu mehr...
      Unter der kleinst'n Steppdeck'n...kann der größte Depp steck'n!
      Die Leonidas ist zurück und wurde von fachkundiger Hand geprüft. Dabei hat sich herausgestellt, dass mein Wissen über die "Uhrenheilkunde" an dieser Stellt noch immer sehr lückenhaft ist ?( . Ich hatte nämlich einen farblich passenden Std.-Zeiger mitgeschickt in der irrigen Annahme, die Zeiger der Heuer würden auch auf eine Leonidas passen. ABER: die Zeiger für die Cal. 230 passen nicht auf das Cal. 222 (das Zeigerfutter hier ist etwas größer)! Es musste daraufhin Plan B herhalten. Ich hatte noch Zeiger auf einem Cal. 222-Werk montiert (falls das mal jemand braucht...), die jetzt für die Leonidas verwendet wurden.

      So sah die Uhr vorher aus mit dem kaputten Std.-Zeiger:





      Und so sieht die Uhr jetzt aus mit den "neuen" Zeigern:











      Bei den Leonias und Heuer Uhren sind also, trotz der Ähnlichkeiten, nur die wenigsten Teile kompatibel (Glas, Lünette). Obergehäuse,Boden, Krone sowie der große Zeigersatz passen jeweils nur auf das betreffende Valjoux-Kaliber 222 (das ist auch um 1 Linie größer, Leonidas) oder 230 (Heuer/Sinn).
      Unter der kleinst'n Steppdeck'n...kann der größte Depp steck'n!
      Ich hätte die Zeiger nicht getauscht und genauso mit fehlender LM gelassen. In meinen Augen passt die grünliche LM - obwohl sie ohne Zweifel original sind - nicht zum Blatt. Ich hätte die Leuchtmasse hinten mit Klarlack stärken lassen und das Loch gelassen.

      Warum nicht mal Mut zeigen und ein Loch in den Zeigern so belassen? Ich selbst habe solche Tauschaktionen machen lassen und bereue sie heute...

      Gruß Felix

      Sternzeit wrote:

      ...


      ...

      SMS Viribus Unitis 1911
      Guten Tag,

      dies ist mein erster Beitrag, Dienstuhren insbesondere die Modelle der Bundeswehr sind mein Steckenpferd.
      Es wurden ja, aufgrund der stark ölenden Dichtmasse gerne Blätter getauscht, hier mal das kurioseste Blatt das beim Bund ausgemustert wurde, ich kenne nur eine weitere Uhr die ein solches besitzt.


      Grüße

      Dienstuhr
      Images
      • leo1.jpg

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      Alle diese Blätter wurden später neu gemacht (nach deren Ausmusterung) von unterschiedlichen Aufbereitern und meistens ohne genauere Vorgaben. Deshalb gibt es auch so viele unterschiedliche Versionen. Deine Variante habe ich so noch nicht gesehen 8)
      Unter der kleinst'n Steppdeck'n...kann der größte Depp steck'n!