Raumfahrtausstellung 'Apollo and beyond' - Reinhard Furrers 140/42er

      Raumfahrtausstellung 'Apollo and beyond' - Reinhard Furrers 140/42er

      Heute besuchten wir das Technikmuseum in Speyer und haben uns neben dem Film 'Mission Mond' im iMax-Kino auch die Dauersonderausstellung 'Apollo and beyond' angeschaut.

      speyer.technik-museum.de/de/raumfahrt

      Faszinierend, was die Astronauten in den 1960er- und 70er-Jahren auf sich genommen haben, um den Traum der Menschheit, auf den Mond zu fliegen, zu realisieren.

      Insgesamt eine tolle Ausstellung, die hier wahrscheinlich schon der ein oder andere besucht haben wird.

      Mein besonderes Augenmerk fiel auf die D1-Mission und speziell die Abbildungen von Reinhard Furrer.





      Neben dem mir bereits bekannten Foto:



      wurde an andere Stelle noch dieses Foto ausgestellt:



      Ist es bislang nicht immer ein kleines Rätsel gewesen, um welche Art von Sinn 140 es sich bei Reinhard Furrers inoffizieller Weltraumfahrt
      gehandelt haben mag?

      Auf diesem Foto kann man eindeutig erkennen, dass es sich um eine geschwärzte Sinn 140/142 mit zwei Totalisatoren und einer Day/Date-
      Anzeige handelt. Es dürfte sich demnach um ein Lemania-Werk 5012, also einem modifizierten Lemania 5100 handeln, oder?

      Nochmal eine Vergrößerung (Bild vom Bild):



      Herzliche Grüße,

      Marcus
      Die Furrer-Uhr ist eine 140 mit Lemania 5100.

      Den Unterschied zum 5012 kann man an folgenden äußere Anzeichen ausmachen:
      - die Minutenstrichindexe auf dem Zifferblatt sind breiter und kürzer geworden
      - der Fliegerdrehring hat eine minutengenaue Skalierung bekommen
      - der Automaticschriftzug ist von oberhalb auf unterhalb der day/date-Anzeige gewandert

      Hörbarer Unterschied:
      - ein 5012 arbeitet mit einer Frequenz von 21.600 A/h und ein 5100 mit 28.800 A/h.

      Das 5100 ist das Nachfolgewerk des 5012 mit 24h Anzeige. Da die 140 keine 24h Anzeige hatte, nannte man die Modelle mit 24h fortan 142. In einer Übergangszeit wurden beide Modelle angeboten.
      Als man die D1 Mission vermarkten wollte, war das Modell 142 etabliert. Von der 140 gab es nur noch wenige Stücke. Da Furrer eine 140 getragen hat, nannte man das Modell ab diesen Moment einfach 140/42.
      Noch ein wenig Verwirrung. Diese Uhr ist eine 140BS mit Lemania 1340 aus den 70er Jahren, also lange vor der D1 Mission. Sie hat nur ein Datumsfenster. Gruß, Walter
      Bilder
      • Sinn 140BS 1.jpg

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      • Sinn 140BS 3.jpg

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      "Ich bin ein Höhlenbewohner. Die Zimmer mit Aussicht überlasse ich Ihnen" - G. Bachmann
      Auf einigen Bildern ist recht deutlich zu sehen, was für eine Sinn Reinhard Furrer getragen hat. Es war die schon erwähnte Sinn 140 S mit einem besonderen Merkmal: das schwarze Spangenband! Diese Uhr ist schon auf den Bildern aus dem NASA Trainingszentrum im Jahr 1984 bei ihm zu sehen. Die immer wieder als Furrer-Uhr vorgestellte Sinn 140 S hat allerdings ein schwarzes NSA Band.

      In dem folgenden Beitrag über dt. Astronauten ist Furrer mit seiner 140 S und dem Spangenband zu sehen. Diese Uhr hatte er sich wohl selbst gekauft. Als Privatpilot kannte er die Firma Sinn, die in diesen Kreisen stets einen ausgezeichneten Ruf genoss.

      welt.de/wissenschaft/gallery10613713/Deutsche-im-All.html

      Ob die 140 S mit dem NSA Band dieselbe Uhr ist besser gesagt war, bleibt offen. Bekanntlich wurde sie ja aus dem Sinn Showroom bei einem Einbruch gestohlen. Hat jemand zufällig noch ein Bild von der Uhr in der Vitrine?

      Gruß,
      Walter
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      Neu

      Die gezeigte Uhr stammt aus dem Nachlass eines Hobbypiloten, Jahrgang 1929. Seine Verwandten, die sich um die Auflösung des Haushalts kümmerten, schrieben mir: Diese Uhr ist wohl 30 x um den Globus geflogen. Sie wurde wahrscheinlich Ende der 70er Jahr gekauft und ähnelte der Furrer Uhr in einem entscheidenden und seltenen Detail - das seltene schwarze Spangenband. Dieses Band trägt sich heute noch fantastisch, weil es wie ein Armreif diese relativ schwere Uhr perfekt an den Arm schmiegt. Es lässt sich milimetergenau einstellen und ist trotz intensiven Tragens heute noch in einem fantastischen Zustand. Sinn sollte dieses Band wieder bauen. Dann wäre die Replika 140 perfekt. Band und Uhr zeigen natürlich starke Tragespuren nach gut 40 Jahren im fliegerischen Einsatz. Im Unterschied zur Furrer Uhr, die ja leider gestohlen wurde, handelt es sich aber bei dieser Sinn 140 S um eine Uhr mit dem Lemania 5012. Man erkennt dies optisch an den alten, länglichen Indizes und dem Automatic Schriftzug über dem Datumsfenster. Ansonsten sind die Uhren nahezu identisch. Das 5012 läuft im Gegensatz zum 5100 mit einer geringeren Schwingung von 21.600 A/h. Gruß, Walter
      Bilder
      • Furrer Sinn 140 2.jpg

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