Stowa KM Marine WWII 2. Klasse

      Stowa KM Marine WWII 2. Klasse

      Servus,

      ich bin ganz neu hier im Forum und habe leider auch überhaupt keine Ahnung von Uhren. Ich habe aber vor einigen Jahren eine Uhr geerbt und mich nie näher damit beschäftigt.
      Es meinte aber mal jemand, dass diese Uhr, eine Stowa KM für die Marine im 2. Weltkrieg hauptsächlich auf U-Booten eingesetzt wurde.
      Ein wichtiger Zweck war, dass man die Uhren bei Feindalarm diese im U-Boot aufgehängt hat, damit man sich anhand der grün leuchtenden Uhren im U-Boot besser zurechtfinden konnte. Ich weiß jetzt nicht, ob das alles genau so stimmt. Er hats mir aber doch vor einigen Jahren für mich sehr schlüssig erklärt.

      Ich würde jetzt gerne wissen, sofern hier jemand das Wissen darüber hat, was das genau für eine Uhr ist und welche Geschichte sie hat. Ich habe dazu nichts im Internet gefunden.

      Vorne auf der Uhr steht oben mittig:
      KM
      Stowa


      Hinten steht mittig drauf (neben dem Reichsadler):
      M
      15050
      II. Kl.
      339


      Kann mir jemand sagen, was die beiden Zahlen jeweils zu bedeuten haben? Ich weiß nur, dass das M wohl für Marine steht und "II Kl." wohl dafür steht, dass es eine Uhr 2. Klasse ist und häufiger produziert worden ist?


      Ich habe einige Bilder von der Uhr gemacht :) Ich hab mich leider nicht getraut, die Uhr aufzumachen... wüsste auch grad nicht, wie..







      Ich hoffe, der Thread ist hier im Forum so erlaubt.

      VG
      Markus
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      Willkommen im Forum, eine schöne Uhr, die Du da geerbt hast. Ich habe unten Bilder von meiner eingestellt. Die dreistellige Seriennummern liegen nah bei einander. Diese Uhren wurde als sogenannte Deckuhren II. Klasse eingesetzt. Man muss sich das so vorstellen: Die Mutteruhr, das Marinechronometer, war quasi der Hauptzeitgeber an Bord eines Schiffes, in der Regel auf der Brücke. Dann kamen in anderen Bereich Uhren, deren Zeit vom Marinechronometer genommen wurden. - Deckuhren 1. und 2. Klasse. Lange und Söhne, Kaliber 48 war z.B. so eine Uhr der ersten Klasse, was natürlich mit der uhrmacherischen Genauigkeit dieser Uhren zusammenhängt. Uhren 2. Klasse waren nicht so genau einrgeulierbar bzw. verfügten nicht über einen so effizienten Hemmungsmechanismus wie die der Klasse 1 usw. Die Stowa wurde wegen ihres nachtleuchtenden Zifferblatts mit Zinksulfitbeschichtung in der Tat gerne auf U-Botten eingesetzt. Aber auch auf Zerstörern u.a. Schiffstypen. Die Geschichte mit der Orientierung klingt ein wenig naiv. Da gab es schon andere Mittel, sich in einem U-Boot zurecht zu finden aber sicherlich konnte die Uhr da durchaus eine Hilfe darstellen. Diese Uhren befanden sich in der Regel zum Schutz in einem kleinen Holzkasten. Hier gibt es diverse Beiträge im Forum zu diesem Themenkreis: Cortebert KM II Kl. Cal 554 B-Uhr IWC Cal. 67 bei Vebeg Gruß, Walter
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      "Ich bin ein Höhlenbewohner. Die Zimmer mit Aussicht überlasse ich Ihnen" - G. Bachmann
      Danke, ebenfalls eine schöne Uhr! Ist ja soweit auch baugleich.

      Sehr spannende Geschichte über diese Uhren. :)
      Über die 5-stellige Nummer weißt du nicht zufällig noch was? Waren die Uhren an sich personalisiert? Oder wurden die einfach auf die jeweiligen Schiffe verteilt und blieben dann dort an ihren Orten?
      Mich würde interessieren, wie die Uhr in den Besitz von meinem Opa gelangt ist (wenn er sie nicht irgendwann mal gekauft hat).
      Und vor allem, ob man nachträglich noch irgendwie rausfinden kann, auf welchem Schiff die Uhr war und wann sie hergestellt wurde.
      Die fünfstellige Nummer ist eine Marineinterne Registernummer. Die findet man auf vielen Uhren von Deckuhren bis Wanduhren etc.

      Hier eine IWC: Taschenuhr IWC KM

      Die kleine dreistellige Nummer ist die Individualnummer der Uhr. Sie müsste mit der im Werk befindlichen Nummer übereinstimmen. Diese Art Uhren waren keine persönlichen Ausrüstungsgegenstände. Sie gehörten zur Schiffsausstattung. Viele Kriegsteilnehmer haben solche Dinge in den Wirren des Kriegsendes einfach mitgehen lassen. Ich habe von einem Schnellbootkommandanten gehört, der jeden Morgen noch bis zu seinem Tod in den 90er Jahren seine alte Schiffsuhr, die er mitgenommen hat, aufgezogen hat. Das sind Erinnerungsstücke aus schwierigen Zeiten.
      Stowa hat keinerlei Unterlagen mehr und die Ausrüstungslisten für die Schiffstypen werden wohl nicht mehr existieren beim Bundes- bzw. Militärarchiv. Was Du machen kannst, ist die Kriegszeit Deines Verwandten, von dem Du die Uhr geerbt hast, aufzuarbeiten. Weißt Du, was für einen Dienstgrad er hatte bzw. welche Laufbahngruppe er absolviert hat: Manschaft, Unteroffizier oder Offizier ?

      Gruß,
      Walter
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      OK danke dir für all die Informationen. Ich habe zwar den Wehrpaß meines Opas, aber da steht leider auch nicht sonderlich viel drin. Ich weiß leider nicht, welchen Dienstgrad er hatte. Nur, dass er auf dem U-Boot gedient hat. Aber auf welchem, wann und wo, weiß ich leider nicht. Und alle anderen Verwandten sind leider ebenfalls schon verstorben und die Unterlagen wurden weitestgehend vernichtet (von meinem Vater leider). Die letztes Dokumente inkl. dieser Uhr fand ich in seinem Safe. Jetzt hängt die Uhr an meiner Wand und ich zieh sie bei Gelegenheit mal auf. Dann tickt die aber auch den ganzen Tag :)
      Dann wende Dich am besten an:

      Deutsche Diensstelle (WASt.)
      Eichborndamm 179
      13403 Berlin

      Du musst folgendes bei Deinem Auskunftsersuchen über die militärische Laufbahn Deines Opas mitschicken (Antrag geht per Internetformular)
      - einen Verwandschaftsnachweis (Familienstambuchauszug o.ä.)
      - den genauen Namen und das Geburtsdatum Deines Opas, Teilstreitkraft Kriegsmarine

      Es wird einige Monate dauern bist Du Auskunft bekommst. Die WASt ist nur für Mannachaftsdienstgrade und Unteroffiziere zuständig. Für Offiziere wird man Dich an das Militärarchiv Freiburg verweisen.

      Falls die Akte da ist und nicht zerstört wurde, bekommst Du in der Regel detaillierte Infos zu Dienstlaufbahn, Einheiten bei denen er gedient hat. Lazarettaufenhalte und Dienstzeiten auf bestimmten U-Booten usw.

      Gruß,
      Walter

      P.S. So eine Uhr gehört nicht an die Wand gehängt, wo sie runterfallen oder verstauben kann, sondern in ein sicheres Aufbewahrbehältnis. ;)
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