Positiv überrascht: Der Askania Taifun Fliegerchronograph

      Positiv überrascht: Der Askania Taifun Fliegerchronograph

      Die Firma Askania war hier schon in mehreren Beiträgen Thema. Im Mittelpunkt standen die fragwürdigen Marketingpraktiken und die Aneignung einer nicht vorhandenen Firmengeschichte, welche angeblich zur Askania Gerätebau, gegründet 1871, zurückreicht. Ebenso wurde über die fehlende Transparenz bei den verwendeten Werken berichtet. Heute möchte ich einmal etwas Positives über Askania berichten. Unbemerkt von der Öffentlichkeit hat Askania nämlich einen echten Fliegerchronographen in seiner Modellpalette, der den technischen Vergleich mit der etablierteren Konkurrenz nicht zu scheuen braucht. Bereits in 2009 machte das Uhrenmagazin einen Praxistest für Fliegeruhren. testberichte.de/p/askania-test…-tai-683-testbericht.html Die Uhren wurden mit an Bord eines kunstflugtauglichen Flugzeugs genommen und mussten harte Manöver überstehen, ähnlich den Belastungen in der Militärfliegerei. Vor und nach dem Test wurden die Uhren jeweils durchgecheckt und auf die Zeitwaage geschickt. Der Askania Taifun Chronograph schnitt dabei gut ab und zeigt neben einem ansprechenden Äusseren viele wichtige Eigenschaften einer echten Fliegeruhr. Dafür sorgt u.a. auch das sehr hochwertig verarbeitete Gehäuse aus dem Hause Damasko. Wer nach einem vergleichbaren Modell in der Damaskofamlie Aussschau hält, der sucht vergeblich. Das Gehäuse wurde offenbar eigens für die Askania gebaut und ist, wie die Bilder zeigen, deutlich höher als das Gehäuse der DC 66/67 Serie. Trotzdem hat es dieselben technischen Grunddaten wie eine magnetische Abschirmung durch einWeicheiseninnengehäuse mit Messingzifferblatt, eine eisgehärtete, kratzfeste Oberfläche, einen kugelgelagerten Lunetten-Drehring, beiseitig entspiegeltes Saphirglas und spezielle Dichtungen für Krone und Drücker. Schon dadurch rückt die Uhr von der Konkurrenz ab und zeigt sich mit Hightech-Features. Das Werk ist ein bewährtes und robustes Valjoux 7750 mit 30-Minuten- und 12-Stunden-Zähler sowie einer einfachen Datumsanzeige. Die Bandanstösse sind wie bei den Damaskomodellen durchstochen. Das heißt ein Bandwechsel ist problemlos und schonend möglich. Besonders auffallend ist das stark leuchtende Zifferblatt mit roten Stoppsekunden- und Hilfszeigern. Hier hat man geschickt das Design der alten Askania Bordinstrumente übernommen. Die Ziffern sind übergroß und stark luminiert. Die Zeiger sind breit, randlos und strotzen ebenfalls vor Leuchtkraft. Gerade bei Dunkelheit ist das Ablesen der Uhr dadurch sehr gut möglich. Der Leuchtpunkt auf der Lunette dient dabei als flexible Markierung. Das Einstellen der Zeit läßt sich mit der übergroßen und sauber trennenden verschraubten Fliegerkrone gut vornehmen. Diese ist ausserdem durch einen Kronenschutz vor Stössen gesichert. Mit gut 44 mm Durchmesser bei 22mm Bandanstössen und einer Bauhöhe von knapp 16 mm ist der Taifunchronograph eine präsente Uhr, die zwar optisch markant ist aber über einen hohen Tragekomfort verfügt. Mit Band bingt sie ca. 110 g auf die Waage. Ich habe das mitgelieferte Askania-Nietenband gegen ein farblich gut passendes integriertes Chronissimo Fliegerarmband getauscht und bin sehr zufrieden mit der Optik und der Tragweise. In der Gangabweichung zeigt die Uhr nur geringe Varianzen von wenigen Sekunden am Tag. Zusammenfassend kann man sagen. Der Damasko Taifun Fliegerchronograph ist eine hochwertig verarbeitete Fliegeruhr, deren einziges gravierende Manko der völlig unagemessene Preis ist. Für die UVP bekam man vor Jahren auch schon eine IWC oder eine Breitling. Askania hat allerdings in den letzten Jahren keine Aufschläge mehr gemacht, sodass sich der Abstand etwas relativiert hat. Dennoch würde ich diese Uhr nur mit einem ordentlichen Abschlag auf den Listenpreis erwerben, um dem fehlenden Markenimage Rechnung zu tragen. Und noch etwas sollte man beachten. Inzwischen wurde das Modell überarbeitet. Das Gehäuse weist inzwischen keine Härtung mehr auf und ist auch optisch verändert. Ob da noch Damasko dahinter steckt, kann ich nicht sagen und was das Werk anbelangt, so tut sich hier wieder die oft zurecht kritisierte Kommunikations Black Box von Askania auf. Meine Uhr hat definitiv ein Damasko Gehäuse und ein Schweizer Valjoux Werk. Diese frühen Modelle sind optisch an dem kurzen Stundenzeiger zu erkennen. Ich mag meine Askania und bescheinige ihr auf Augenhöhe von Sinn, Breitling und andern Herstellern zu sein. Wer so eine Uhr gebraucht oder preiswert kaufen möchte, wird aber etwas Geduld haben müssen. Denn viele Youngtimer gibt es nicht. Das macht sie aber wiederum zu etwas Besonderem.
      Bilder
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      • Damasko-Askania 1.jpg

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      "Ich bin ein Höhlenbewohner. Die Zimmer mit Aussicht überlasse ich Ihnen" - G. Bachmann
      ja, die Uhr sieht garnicht schlecht aus.
      Was mir sehr gefällt, ist der Markennamen, die Typographie wie Askania z.B auf dem Zifferblatt geschrieben wurde.
      Ansich sehe ich schon ne Chance für die Marke. Sie sollen sich auf nachweisbare Fakten ihrer Herkunft beziehen, im Bezug auf die Uhrwerke offen und ehrlich sein sowie preislich nicht abheben. Dann passt das.