Dr. Kurtz Memmelsdorf Tutima Urofa 59

      Dr. Kurtz Memmelsdorf Tutima Urofa 59

      ich habe mal einen separaten thread zu dieser Uhr eröffnet, da hier in den letzten Jahren
      dieses Thema immer mal wieder aufkam - meißt anhand einzelner besprochener Exemplare

      einige dieser Beitrage findet man unter dem Titel "Tutima Spargehäuse ..." - sind aber für
      Interessierte schwer zu finden

      grundsätlich sollte man die umfassende Grundlagenarbeit hier

      glashuetteuhren.de/kaliberuebe…z-uhrenfabrik/kaliber-59/

      immer heranziehen und als Basis nutzen

      die zusammengetragenen Informationen zu Glashütter Uhren von Herrn Donner kann man
      nicht hochgenug einschätzeen

      wir wissen aber auch, dass über die Jahre wesentlich mehr als die dort zur Analyse herangezogenen
      7 Exemplare aufgetaucht sind und unter anderem auch hier im Forum besprochen wurden

      die von Herrn Donner aufgeführten Charakteristika der Uhren (siehe Foto1), sowie der Nummernkreis
      bedürfen meiner Meinung nach einer Anpassung/Erweiterung

      Ich habe über einen längeren Zeitraum die im internet gezeigten/angebotenen Uhren beobachtet
      und auch mit zwei Besitzern solcher Uhren gesprochen

      bezüglich des Bodens:

      eine große Zahl dieser Uhren sind nummerngleich (Werk/case back aussen), wobei charakteristisch ist,
      dass die Gravur auf dem Gehäuseboden nicht, wie bei den WK Tutima, mittig ist, sondern deutlich nach
      unten versetzt ist

      desweiteren wurde hier im Forum auch schonmal ein Exemplar mit durchgestrichener Nummer und
      neu gravierter Nummer besprochen - das kann durchaus auch authentisch sein

      bzgl. des Nummerkreises ergibt sich durch die zusätzlich aufgetauchten Exemplare auch eine Ausweitung
      des Nummernkreises, wobei die Angabe von Herrn Donner als "erster Wurf" die Basis für entsprechende
      Ausweitungen des Nummernkreises bleibt

      anbei auch zwei Fotos meiner Uhr

      zukünftigen Meinungsaustausch zu diesen seltenen Uhren können wir ja unter diesem Thread führen


      Gruß

      Stephan
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      Danke Stephan. Eine tolle Idee, diesen Beitrag aufzusetzen. Diese Uhren tauchen immer wieder auf und sorgen für Verwirrung. Unsere Erkenntnisse dazu sind in verstreuten Beiträgen niedegeschrieben. Im Anhang ist meine Nummer 215 997.

      Hier ein paar Links zu dem interessanten Thema:

      Tutima Spargehäuse 216 850

      Tutima Spargehäuse 216 199

      Tutima Spargehäuse 215 589

      Tutima Spargehäuse 215 402

      Tutima im Spargehäuse 216 501

      Tutima GH 216 267 Spargehäuse

      Tutima GH 216 240 Spargehäuse

      Tutima GH 215 774 Spargehäuse

      Tutima GH 215 564 Spargehäuse

      Tutima 215 997 im Spargehäuse

      Tutima Urofa 59 207 750 Spargehäuse (?) in der Bucht

      Gruß, Walter
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      "Ich bin ein Höhlenbewohner. Die Zimmer mit Aussicht überlasse ich Ihnen" - G. Bachmann
      Sehr schön! Da zu diesen Tutimas im Netz nicht wirklich viel zu finden ist, begrüße ich Stephans Vorstoß, hier einen eigenen Sammelthread aufzumachen.

      Ich hatte mich auch etwas mit dem Thema beschäftigt, weil ich zunächst nicht ganz glauben wollte, dass es sich bei diesem Typ um eine echte Tutima handeln sollte. Als ich meinen Uhrmacher des Vertrauens danach fragte, weil er sich mit solchen alten Knochen sehr ausgiebig beschäftigt, meinte der nur ganz trocken:”Klar ist das eine! Achte beim Kauf einfach auf die nach unten versetzte Gehäusenummer am Boden und die fehlende Nut für die Lünette. So kannst du ziemlich zuverlässig eine Dr. Kurtz erkennen. “

      Ich denke auch, dass diese Version einer Tutima durch das üblicherweise verchromte Gehäuse auch heute noch sehr gut tragbar ist. Das kann man ja nicht von jeder Uhr mit militärischer Herkunft sagen.
      Beste Grüße
      Jan

      Keep on ticking...
      Danke Jan - für die Info/Bestätigung

      Walter mit sehr schöner Uhr als Ergänzung - Dank auch

      vielleicht kommt noch was von anderen membern?!

      die Verwirrung ist wirklich groß bzw. das Thema einfach nicht so bekannt

      in letzter Zeit wurde eine Auktion in ebay rausgenommen, da jemand eine
      solche Uhr als fake gemeldet hatte

      in den USA war aktuell eine, die als Hanhart Spargehäuse angeboten wurde

      die Firma Tutima tut sich diesbezüglich ja auch aus bekannten Gründen
      etwas schwer mit der Vergangenheit und Memmelsdorf wird immer ein wenig
      "geschlabbert" - hier aber z.B. auch ein interessanter Artikel

      watchtime.net/uhren-szene/mister-tutima-dieter-delecate/

      die Bedeutung von Dr. Kurtz in der deutschen Uhrengeschichte ist
      herausragend und wenig bekannt

      zur Verifizierung meines Exemplares ein Werkfoto

      Gruß

      Stephan
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      Interessant ist die Frage nach der Verwendung dieser Uhren, die ja zu einem sehr frühen Zeitpunkt nach Kriegsende produziert wurden. Da Memelsdorf in der amerikanischen Zone lag und die Russen ihre Kirovas militärisch verwendeten, gab es früh Gerüchte, dass Kurtz diese Uhren für die Amerikaner produziert hat. In Deutschland waren aufgrund des Kriegsendes wohl keine Abnehmer zu erwarten. Für mich ist die militärische Verwendung die einzig denkbare Antwort. Leider gibt es dazu keine eindeutigen Belege ähnlich wie bei den Tutimas in Besancon/Frankreich.

      Gruß,
      Walter
      "Ich bin ein Höhlenbewohner. Die Zimmer mit Aussicht überlasse ich Ihnen" - G. Bachmann
      Hallo Stephan,

      finde es gut wenn wir solche Sammelthreads starten, dann findet man alles Bildmaterial und Infos schneller wieder....

      Ich kann die Dr. Kurtz mit der durchgestrichenen Seriennummer beisteuern. Der Verkäufer berichtet, er habe sie von einem Pforzheimer Uhrenfabrikanten aus dessen Resten nach der Insolvenz erstanden. Wie sie dorthin gekommen ist weiss keiner, könnte aber ein übliches Vertriebsexemplar aus der frühen Nachkriegszeit sein.
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      aaaahhh - da ist sie ja - eine tolle Ergänzung des threads

      wie die Uhr nach Pforzheim kam, wird sich naturlich nicht
      mehr klären lassen, aber dass sie gerade nach Pforzheim kam,
      ist eher nicht verwunderlich

      Dr. Kurtz war schon seit frühesten "Glashütter Zeiten"
      bestens vernetzt und das insbesondere auch zu einer
      Vielzahl von Pforzheimer Firmen

      Der Start von Dr. Kurtz in Memmelsdorf war nur möglich, weil diese
      Firmen aufgrund der schon lange bestehenden Beziehungen lieferten,
      was benötigt wurde

      Gruß

      Stephan
      Hallo Stephan,

      ich kann nur bestätigen, dass sehr häufig / meist aussermittig die Werknummer aus ziemlich unprofessionelle Art und Weise aufgebracht ist, fast händisch oder mit einem ausgeleierten Pantographen. Daneben halte ich es für charakteristisch, dass das Gehäuse glänzend verchromt ist, Krone und Drücker allerdings matt sind, zumindest bei den wenig verschlissenen Exemplaren.

      Jeder der sich mit Urofa 59 auseinandersetzt sollte mal mit Herrn Donner telefoniert haben. Das sind sehr informative und unterhaltsame Gespräche, eine Stunde ist da schnell vorbei. Vor kaum 3 Wochen habe ich ausführlich über Dr. Kurtz´sche Uhren mit ihm gesprochen. er hat wohl Zugriff auf noch viel mehr Informationen als auf seiner Seite gepostet. Aus seiner Sicht war Dr. Kurtz als Jurist und Geschäftsführer mitunter verantwortlich für den Einsatz von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangener und musste mit drastischen Strafen seitens der herannahenden Russen rechnen. Die technische Leitung der Betriebe musste nicht mit solchen Massnahmen rechnen und hoffte auf eine Wiederaufnahme der Produktion. Die Flucht als solche ist nebulös und nicht geklärt, auch war wohl nicht die Mitnahme von Uhren und Teilen vorgesehen.

      In Memmelsdorf, so Herr Donner, wurde alles unternommen um die gekaperten Uhren und Teile als original Urofa-Werkbestand zu vertuschen, vielleicht auch um einen gefürchteten Konflikt mit der Urofa in Glashütte zu vermeiden. Dr. Kurtz ist nun mal Jurist und kein Techniker gewesen. Änderung des Gehäuses, Entfernen des Logos / Schriftzuges. Im Grunde sieht die Uhr ja aus wie eine beliebige zivile mit einem stepped case. Auch Herr Donner erwähnt, dass die Hauptabnehmer Amerikaner waren. Ob das einfache Souvenir-Uhren waren oder ob eine gewisse Zahl konfisziert wurde, ist wohl nicht bekannt.

      Hoffentlich habe ich diese Anekdote in etwa richtig weitergegeben, würde mir allerdings wünschen Herr Donner würde sich selbst hier melden und sich dazu äusern. Ich muss die Anstrengungen von Herrrn Donner an dieser Stelle nochmals ausdrücklich loben, insbesondere weil seine Seite frei zugänglich ist, er sein Wissen bereitwillig jedem zur Verfügung stellt und nicht, wie es sonst oft üblich ist, geheime Listen führt und nicht mit kryptischen Andeutungen aus dem off die Sammlergemeinde erschreckt. Herr Donner bekommt von mir gerne und jederzeit Bilder sowie Seriennummern für seine Werknummernübersicht und jede Unterstützung, die er gebrauchen kann.

      Grüße,

      Caspar
      Hallo Caspar,

      "die gekaperten Uhren und Teile" ist eine freundliche Umschreibung
      des Vorgangs als solchem - die Russen hatten wenigstens fein säuberlich
      aufgelistet, was sie "mitgenommen" hatten - selbst ein Klavier wurde gelistet

      einiges wird sich evtl. in Zukunft noch aufklären

      vieles wird ungeklärt bleiben


      was definitiv bleibt,

      ist eine schöne, sammelwürdige und historisch bedeutende deutsche Uhr
      mit hochwertigem Werk

      Gruß

      Stephan
      Guten Abend,

      erstmals Danke für diesen schönen Beitrag hier im VT. Die Tutima Urofa 59 ist nicht wirklich mein Hauptaugenmerk, aber in den Händen habe ich schon einige gehabt. Alle Dr. Kurtz, die ich in Natura gesehen habe, waren glänzend verchromt, was mich anfangs denken ließ, daß die neubeschichtet wurden. Aber die Jahre habe ich gelernt, daß die wohl so ausgeliefert wurden. Mein bekannter Uhrmacher vom Bodensee hatte so ein Modell mit dem dazugerhörigen Nachlaß eines Flugingenieurs. Die hätte ich damals mal kaufen sollen.

      Die landläufige Meinung mit den sterilen Blättern ist aber die, daß nur Tutima, die in Glashütte montiert wurden, auch das Blatt mit T und Glashütte drauf hatten. Weiters muss man bei dem Dr. Kurtz Modell festhalten, daß es sich um keine Neu- oder Weiterentwicklung handelt, sondern vorhandene Teile aus dem Hauptwerk oder Nebenhäusern handelt, die nachdem Krieg zusammengestellt wurden.

      Interessant ist wohl, warum auch Hanhart so ein "Spargehäuse" ab 1948 auf den Markt gebracht hat? Ob diese vereinfachten Gehäuse nicht bereits in den letzten Kriegstagen entstanden sind? Ob nicht wirklich Franzosen und Amerikaner Abnehmer für diese Chronos waren? Mein Hanhart Spargehäuse zeigt eindeutig AIR auf dem Boden.

      Das Thema hier sollte auch unseren geschätzten Balu53 hervorlocken, weil der kennt sich auch sehr gut aus.

      Viele Grüße, Felix
      "Ich bin müde, Boss. Müde immer unterwegs zu sein, einsam
      und verlassen. Müde niemals einen Freund zu haben, der mir sagt, wohin
      wir gehen, woher wir kommen und warum. Am meisten müde bin ich, Menschen
      zu sehen, die hässlich zueinander sind. Der Schmerz auf der Welt und
      das viele Leid, das macht mich sehr müde. Es gibt zuviel davon. Es ist
      als wären in meinem Kopf lauter Glasscherben."

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „EMIL“ ()

      muss leider passen, da ich hier nichts hinzufügen kann.
      Aber ich kann bestätigen, dass man mit Herrn Donner nicht kurz telefonieren warden kann.
      Leider schreibt er nix für das Forum und leider wohnt er auch nicht mehr in München.
      Man kann seine Arbeit aber mit Spenden unterstützen.
      VG, Günter
      "Des is wia bei jeda Wissenschaft, am Schluss stellt sich dann heraus, dass alles ganz anders war."
      Zitat: Karl Valentin
      Stimmt, er ist nach Dortmund gezogen. :) Nein, Scherz beiseite. Er ist meines Wissens hier angemeldet und könnte also theoretisch mitwirken, um Fragen zu klären. Seine Dokumentationen sind sehr wichtig und hilfreich. Er liest bestimmt den einen oder anderen Beitrag hier mit.

      Gruß,
      Walter

      "Ich bin ein Höhlenbewohner. Die Zimmer mit Aussicht überlasse ich Ihnen" - G. Bachmann

      neues Beispiel

      Liebe Nutzer,

      ich verfüge seit kurzem über eine dieser tollen Uhren und wollte die Bilder gerne teilen.
      Ich persönlich bin auf Kommentare gespannt und will diese Uhr auch veräßern da ich die "Uhrenleidenschaft" nicht teile.

      Betse Grüße
      Daniel Heimbach
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      Hallo Daniel,

      dass Du die Uhr hier einstellst, liegt erst einmal nah,
      da sie vermeidlich gleich aussieht

      es handelt sich hier jedoch um ein früheres Exemplar,
      d.h. eine Tutima komplett aus Glashütter Fertigung
      mit sterilem Zifferblatt (daher die Ähnlichkeit) und
      fehlender Drehluenette

      d.h.

      Du müsstest von der Seite betrachtet eine umlaufende
      Nut sehen, die zur Befestigung der Luenette diente


      btw

      Ich hatte ja zwischenzeitlich auch beschlossen im
      Rahmen der "Sotimentsverkleinerung" mein Exemplar
      zu verkaufen

      Im Zuge eines komplexeren Tauschgeschäfts mit mehreren
      Uhren werde ich (sobald repariert/revidiert) u.a. eine
      Hanhart Spargehäuse bekommen

      Da werde ich nun erst mal einen Vergleich der Gehäuse fotografieren
      und einen Beitrag erstellen, der noch mal das Thema Spargehäuse
      (Tutima u. Hanhart) mit allen noch ungeklärten Fragen anstösst
      (kann noch 2, 3 Wochen dauern)

      Gruß

      Stephan