Selbstversorger - bei Luftwaffe, Heer und Marine im Einsatz ohne Versorgungsnummer

      Selbstversorger - bei Luftwaffe, Heer und Marine im Einsatz ohne Versorgungsnummer

      ich habe eine Breitling 806 Navitimer AOPA beim damaligen "Nutzer" der Uhr
      persönlich abgeholt und beim Plausch auf der Terasse annähernd die story zum
      Kauf der Uhr und deren Nutzung bei der Luftwaffe erzählt bekommen

      Gekauft wurde die Uhr vom Erstbesitzer Mitte der 60er Jahre während eines Urlaubs
      in Bayern, als dieser schon bei der Luftwaffe im Einsatz war

      spätere Recherchen ergaben dann nachweisbar, dass der Vorbesitzer Pilot
      im Aufklärungsgeschwader 51 Immelmann und Jagdbombergeschwader 33
      war

      Ich hatte dann nochmal Kontakt aufgenommen und gefragt, ob sie denn keine
      Uhren von der Bundeswehr ausgegeben bekommen hätten - dies wurde verneint
      und nur eine "geschenkte" Uhr an die Tornado Piloten (verliehen an Tornado Piloten)
      erwähnt

      letzendlich lies mir die Frage keine Ruhe, ob er die Uhr speziell wegen der
      "Rechenfunktion" gekauft hätte

      Die Antwort beigefügt als Foto (und die Uhr und der Pilot)

      leider gab es kein Foto mit der Uhr im Cockpit/am Arm

      interessant auch, dass wenn man Fotos der "ehemaligen" auf deren entsprechenden
      Seiten googelt, niemand eine Heuer Bund am Arm hatte, sondern gar keine Uhr oder
      halt "irgendwas"

      und

      dass der Pilot es auf Phantom und Starfighter geschafft hat ohne Offizier zu sein

      bei der Uhr handelt es sich um eine "unsigned" AOPA Logo all black dial - unsigned,
      weil Breitling in Absprache mit der AOPA das Logo ohne die Initialien, aber mit
      "Breitling" signiert in den Verkauf brachte

      Habt Ihr auch so etwas ähnliches - dann bitte zeigen!

      Gruß

      Stephan
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      Hallo Stephan,
      Deiner Aufforderung „ähnliches“ zu zeigen komme ich gern nach. Vorher aber noch eine kleine Anmerkung. Ich habe vor vielen Jahren auch mal bei der Luftwaffe gedient, allerdings bei einem FlaRak Regiment in Norddeutschland. Dennoch wundert es mich, wie es ein einfacher Gefreiter ins Cockpit geschafft hat. War das möglicherweise vor seiner Karriere als Pilot? Ist aber eigentlich auch egal.

      Herzlichen Glückwunsch zu Deiner 806 AOPA, die ich auch in meiner Sammlung habe. Zu der gehören 19 Breitling Chronos und Dreizeiger Uhren, die meisten davon Vintage Modelle, aber auch einige neuere Referenzen.

      Meine Breitling 806 ist von 1961 und ich habe sie 2014 in fast NOS Zustand gekauft. Sie ist unpoliert und muß daher sehr wenig Tragezeit gesehen haben. Zur Geschichte meiner Uhr weiß ich nichts. Sie bekam einen Service bei einem befreundeten Uhrmachermeister, der ihr anschließend einen Zustand „wie neu“ attestierte. Interessant ist, das es von der Ref. 806 AOPA zwei frühe Ausführungen des rein schwarzen Zifferblatts gibt.

      - Einmal mit dem Breitling Schriftzug, wie bei Deiner Uhr,
      - einmal nur mit dem AOPA Emblem, wie bei meiner Uhr.

      Auszug aus „Die Geschichte der Breitling-Uhr für Piloten“:
      Das wohl legendärste Modell unter den Fliegeruhren ist der Breitling Navitimer, ein Chronograph mit Flugcomputer, der 2012 genau 60 Jahre alt wurde. Auch heute noch tragen Piloten weltweit diese Uhr, bei so mancher Luftwaffe ist sie Teil der regulären Ausstattung der Staffelpiloten.

      Breitling Navitimer:
      Der Mini-Computer für Piloten1952 ziert daher das Logo der »Aircraft Owners and Pilots Association« (AOPA) in Form zweier Schwingen die Zifferblätter des ersten Navitimers – bis 1960 *) eine wirksame Kooperation. Der Name der Breitling-Uhr setzt sich zusammen aus »Navigation« und »Timer«. Als Referenz 806 kommt das erste Modell auf den Markt, angetrieben durch das Venus 178. Die frühen Exemplare sind begehrt und kosten heute gebraucht, je nach Zustand, zwischen X.000 und XX.000 Euro. Am beliebtesten sind die Stahlmodelle – entsprechend selten findet man sie. Weniger begehrt sind Modelle im vergoldeten Gehäuse, die später auf den Markt kommen. Sie erzielen dennoch Preise auf dem Niveau der Stahlmodelle. Meist über XX.000 Euro liegen die massiven Goldmodelle in 18 Karat – wenn sie überhaupt erhältlich sind. Eine Besonderheit kennzeichnet Uhren von 1954: sie sind mit dem Kaliber Valjoux 72 ausgerüstet und sehr rar.

      *) Manche Quelle weist die nur AOPA gekennzeichneten Modelle mit dem Emblem auf dem Zifferblatt auch noch bis ca. 1962/1963 aus. Meine 806 stammt auf jeden Fall aus der früheren Phase und Deine ist daher eine spätere Ausführung. Vielleicht wurden beide Ausführungen auch noch zeitgleich nebeneinander verkauft. Beigefügte Bilder sind vom damaligen Verkäufer. Es ist meine Uhr. Da sie die Uhr sehr gut wiedergeben, stelle ich ausnahmsweise dessen Bilder und nur eines von der Uhr heute ein.

      Gruß,Uli











      nocello! schrieb:

      "Dennoch wundert es mich, wie es ein einfacher Gefreiter ins Cockpit geschafft hat.
      War das möglicherweise vor seiner Karriere als Pilot?"

      Er war Oberfeldwebel und ab 1962 in der Luftwaffe


      Gruß

      Stephan


      Auf dem Cockpit Bild sehe ich leider nur einen Gefreiten Streifen, deshalb habe ich nachgefragt. Es muß also ein Bild vor seiner Karriere als Pilot gewesen sein. Daran soll die schöne eindrucksvolle Historie Deiner Uhr wirklich nicht scheitern. Fiel mir halt nur auf.

      Weißt Du noch näheres zur zeitlichen Abgrenzung oder Überlappung des Zifferblattwechsels von rein AOPA zu Breitling/AOPA?

      Gruß,
      Uli
      Guten Morgen Uli,

      habe gerade nochmal nachgeguckt und es war falsch von mir dargestellt

      ich kenne mich mit den Dienstgraden nicht aus - eher mit vintage Chronographen,
      bei denen ich natürlich immer wieder in den Militäruhrenbereich stolpere

      in einem Interview in Luftwaffe-Report hieß es ... xxx (Name) Ofw a. D Kampfpilot ...

      dieses Interview wurde nach seiner Laufbahn geführt und gibt auch folgende
      Antwort in Bezug auf das Thema:

      "Heute dürfen nur noch Offiziere an den Knüppel, bei mir war es so, dass ich
      gleichzeitig das Abitur nachmachte, d. h. einen entsprechenden Bildungsstand
      nachweisen musste"

      beigefügt noch ein Foto aus Anfang der 70er Jahre (hier scheint die
      "Tornado" Uhr am Handgelenk / limitierte "einfache" Uhr/verliehen mit
      Tornado Aufdruck auf dem Zifferblatt)


      zu den Zifferblattvarianten recherchiere ich immer als erstes hier:

      kurt-b.com/


      eigentlich wollte ich gar keinen Fachbeitrag zu AOPA Chronographen aufmachen,
      sondern zu Uhren, die privat gekauft "im Einsatz" waren mit entsprechender story dazu

      passt aber sicher beides hier rein

      Gruß

      Stephan
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      Tatsächlich kann ich was ähnliches beitragen. Diese Breitling Sprint 2010-1 kommt ebenfalls von einem Starfighter Piloten aus Bayern. Dieser hatte aber auch noch eine Heuer Bund (ging an jemanden anderen), so das ich nicht sagen kann, ob die Breitling nur privat, oder auch im Jet getragen wurde.
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      enicar101.com
      Diese Sinn 140 B stammt aus dem Nachlass eines Bundeswehrpiloten. Nach Auskunft der Familie hat er die Uhr persönlich bei Helmut Sinn gekauft. So war das unter Fliegern. Da wurde zusammen geschnackt, ein Kaffee getrunken und über Fliegeruhren gefachsimpelt. Gruß, Walter
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      "Ich bin ein Höhlenbewohner. Die Zimmer mit Aussicht überlasse ich Ihnen" - G. Bachmann
      Über diese Breitling Unitime, die im Dienst beim LTG 63 war, hatte ich hier schon berichtet: Eine Breitling Unitime im Einsatz bei der Bundeswehr Gruß, Walter
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      JimJupiter schrieb:

      Tatsächlich kann ich was ähnliches beitragen. Diese Breitling Sprint 2010-1 kommt ebenfalls von einem Starfighter Piloten aus Bayern. Dieser hatte aber auch noch eine Heuer Bund (ging an jemanden anderen), so das ich nicht sagen kann, ob die Breitling nur privat, oder auch im Jet getragen wurde.


      Eine wirklich schöne und interessante Uhr, die sich auch in meiner Sammlung befindet. Vermutlich hat meine keinerlei militärische Geschichte, aber als Vintage Breitling hat sie einen generellen Stellenwert für mich.

      Auch über diesen ganz frühen Breitling Chronographen wurde an anderer Stelle schon berichtet. Ein Großonkel der Familie, von der ich die Uhr erworben haben, hatte die Uhr während seiner Pilotenausbildung bei der Luftwaffe gekauft. In dem Bild unten sieht man diesen Uhrentyp im Einsatz.

      Breitling 767 aus den 30er Jahren

      Gruß, Walter

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      "Ich bin ein Höhlenbewohner. Die Zimmer mit Aussicht überlasse ich Ihnen" - G. Bachmann

      nocello! schrieb:

      Guten Morgen Uli,

      habe gerade nochmal nachgeguckt und es war falsch von mir dargestellt

      ich kenne mich mit den Dienstgraden nicht aus - eher mit vintage Chronographen,
      bei denen ich natürlich immer wieder in den Militäruhrenbereich stolpere

      in einem Interview in Luftwaffe-Report hieß es ... xxx (Name) Ofw a. D Kampfpilot ...

      dieses Interview wurde nach seiner Laufbahn geführt und gibt auch folgende
      Antwort in Bezug auf das Thema:

      "Heute dürfen nur noch Offiziere an den Knüppel, bei mir war es so, dass ich
      gleichzeitig das Abitur nachmachte, d. h. einen entsprechenden Bildungsstand
      nachweisen musste"

      beigefügt noch ein Foto aus Anfang der 70er Jahre (hier scheint die
      "Tornado" Uhr am Handgelenk / limitierte "einfache" Uhr/verliehen mit
      Tornado Aufdruck auf dem Zifferblatt)


      zu den Zifferblattvarianten recherchiere ich immer als erstes hier:

      kurt-b.com/


      eigentlich wollte ich gar keinen Fachbeitrag zu AOPA Chronographen aufmachen,
      sondern zu Uhren, die privat gekauft "im Einsatz" waren mit entsprechender story dazu

      passt aber sicher beides hier rein

      Gruß

      Stephan


      Hallo Stephan,

      danke für die zusätzlichen Infos. In meinen Unterlagen habe ich diesen wirklich guten Bericht von Kurt Broendum auch, er war mir nur nicht präsent. Es ist wirklich eine der besten Quellen.
      Weiterhin bleibt uns die Freude an diesen beiden und anderen schönen Vintage Breitling Uhren. Ich hatte lange gezögert, die meinige zu kaufen, weil auch in 2013 schon nicht ganz preiswert. Ich habe es aber nie bereut.

      Gruß,
      Uli
      Es gibt auch den umgekehrten Fall. Diese Leonidas Bund (mit Versorgungsnummer) wurde ausgesondert, von Sinn aufgearbeitet und dann u.a. an zivile Piloten abgegeben. Diese hier stammt lt. Vorbesitzer vom Flugpersonal der VFW aus dem Umfeld von Leif Nielsen (Vereinigten Flugtechnische Werke -> Zusammenschluss von Focke-Wulf und Weserflug entstanden und wurde 1981 Teil des Luftfahrtkonzerns Messerschmitt-Bölkow-Blohm) die damals den Kurzstrecken-Jet VFW 614 getestet haben. Leider ist damals einer der Prototypen abgestürzt und hat einen Teil der Besatzung in den Tod gerissen. Weitere Infos gibt es hier.

      Unter der kleinst'n Steppdeck'n...kann der größte Depp steck'n!
      Auch diese Benrus Sky Chief war mit der Army Air Force unterwegs in Europa. Auch der Besitzer ist namentlich bekannt. BENRUS Sky Chief - Tropic Dial Gruß, Walter
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      "Ich bin ein Höhlenbewohner. Die Zimmer mit Aussicht überlasse ich Ihnen" - G. Bachmann
      Im Uhrforum erregte Anfang letzten Jahres die Geschichte einer ENICAR Sherpa Super-Dive von einem Matrosen der RAN große Aufmerksamkeit. Es handelt sich bei der Uhr mit aufwendig recherchierter Geschichte um eine selbst gekaufte Uhr mit persönlicher Initialen und einer RAN Dienstnummer (Personal). Der ehemalige Träger konnte ausfindig gemacht werden.

      uhrforum.de/threads/enicar-sup…0ern-mit-historie.350100/

      Gruß,
      Walter
      "Ich bin ein Höhlenbewohner. Die Zimmer mit Aussicht überlasse ich Ihnen" - G. Bachmann
      Wie kamen Selbstversorger an ihre Ausrüstungsgegenstände wie Uhren, Messer, Kleidung u.ä.? Diese Werbung der Liemann AG Berlin aus der Zeit des Ersten Weltkriegs gibt Auskunft über ein Geschäftsmodell mit Soldaten im Felde. Gruß, Walter
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      "Ich bin ein Höhlenbewohner. Die Zimmer mit Aussicht überlasse ich Ihnen" - G. Bachmann
      Moin moin,....

      In der Werbung taucht zweimal die Marke "Limania" auf. Ist das ein Druckfehler?....ist Lemania gemeint ?

      Und die Werbung geht ja recht deutlich in die Richtung Heer und Marine, warum wohl jenes !? Sind ja auch Dinge in der Werbung die für LW Sold. nützlich sind. Oder gab es da wohl extra Flugblätter ?


      Moin zurück! :)

      Reine Vermutung meinerseits, aber wenn die Werbung vom Beginn des Krieges ist, war die Luftwaffe ja quasi noch nicht existent bzw. zu klein um bedeutend als Absatzmarkt zu sein?

      Limania ist wohl wirklich Lemania, denke da hat jemand entweder die Handschrift nicht entziffern können oder die Telefonverbindung war grad schlecht :D

      Gruß Nico
      enicar101.com