Original oder Restauration

      Original oder Restauration

      Es gab mal eine rege Diskussion zum Thema, original belassen oder restaurieren. Da ein konkretes Beispiel fehlte würde ich gerne ein paar Meinungen zu meiner Uhr hören.
      Es geht um das Zifferblatt und Zeiger. Zifferblatt und Zeiger so lassen wie sie sind oder restaurieren. Je nach Lichteinfall sind die Ziffern gar nicht oder nur schwach zu erkennen.
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      „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei.“
      ich halte es für angemessen, diese Uhr mal vorzustellen mit allen Fakten

      das Restaurationsthema ist doch eh klar (bei kurzem anclicken
      der Fotos) - nix dran machen

      die Mitglieder hier würden sich sicher freuen, mehr über diese Uhr zu erfahren

      mit Dank vorab

      Stephan
      Dem kann ich mich nur anschließen. Eine schöne Uhr, die am schönsten in ihrem originalen Zustand ist. Wenn man das alte Radium entfernt, das förmlich mit dem Zifferblatt verschmolzen, zerstört man das Aussehen der Uhr. Hier kann man auch unter ästhetischen Gesichtspunkten nichts machen. Authentizität geht vor Ablesbarkeit. Auch ich würde gerne mehr über die Uhr erfahren.

      Gruß,
      Walter
      "Ich bin ein Höhlenbewohner. Die Zimmer mit Aussicht überlasse ich Ihnen" - G. Bachmann

      nocello! wrote:

      ich halte es für angemessen, diese Uhr mal vorzustellen mit allen Fakten

      das Restaurationsthema ist doch eh klar (bei kurzem anclicken
      der Fotos) - nix dran machen

      die Mitglieder hier würden sich sicher freuen, mehr über diese Uhr zu erfahren

      mit Dank vorab

      Stephan


      Ich kann mich Stephan nur anschließen und hoffe, das es bald eine umfassende Vorstellung der Uhr gibt.

      Gruß,
      Uli
      Die Uhr ist beim Uhrmacher für eine Werksrevision (Valjoux 22 ist richtig), die Beiträge geben schon echt eine Entscheidungshilfe.
      Vorstellung erfolgt, versprochen! :rolleyes:
      Gruß
      „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei.“
      Hallo Paracelsus, erst einmal Gratulation zu dieser seltenen und schönen Leonidas mit dem Schraubboden. Ich habe 2 dieser Uhren in ähnlichem Zustand und kann nur den Vorrednern zustimmen: unbedingt Zeiger und Ziffern belassen. Ich würde sogar darüber hinaus das alte Glas belassen.... werde mal Bilder meiner Uhren machen und hier einstellen.
      grüsse, caspar
      Hallo Caspar, würde mich sehr über Fotos der beiden Leonidas freuen. Meine kommen nach der Revision.
      Die Stimmung im Forum ist ja eindeutig für Original (maximal Zeiger). ?(
      Gruß
      „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei.“
      So, habe jetzt Fotos gemacht. Leider nicht in der Qualität wie es Robert kann, aber immerhin.... man sieht ich habe die alten Gläser drin gelassen teilweise krakeliert, eines hat noch diese gelbe Farbe wie die Celluloid-Brillengestelle aus der Zeit vor dem Krieg. Zeiger und Ziffern sind im Fundzustand, die Werke natürlich in Gang gebracht und zuverlässig. Ich kann mit der verblassten Zeigerfarbe gut leben, so ist die Uhr stimmig.

      Habe mich mit den Seriennummern befasst. Eine zeitliche Einordnung läßt sich grob machen, denn die britische Armee hatte in WW2 Leonidas als ATP Armbanduhr und als GSTP Taschenuhr im Einsatz. Die Seriennummern erstrecken sich in den Kriegsjahren irgendwo zwischen 290xxx und 370xxx. Damit kann man diese Armbandchronographen getrost als Vorkriegsuhren, also vor 1939 einstufen. Seriennummern 213xxx sprechen dafür.

      Grüße, Caspar
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      Hier die versprochene Vorstellung meiner Leonidas.

      Seit kurzer Zeit ist sie von der Revision zurück. Die Zeiger sind sanft
      restauriert worden, die Ablesbarkeit ist natürlich viel besser, die
      Farbanpassung ist meiner Meinung nach sehr gut gelungen.
      Das Zifferblatt blieb unverändert das Gehäuse wurde gereinigt.

      Hätte man doch die Ziffern leicht nachzeichnen sollen????? ?(

      Ein Aspekt wäre vielleicht auch noch bedenkenswert, bei einer Überholung des
      Zifferblattes wäre die Strahlung der Radiumziffern mit Sicherheit geringer oder sogar ganz verschwunden.
      Die Leonidas hat jetzt noch eine Strahlung (direkt auf dem Glas gemessen) von400mS/a am Boden 6mS/a.

      Ein befreundeter Physiker wollte sie noch nicht einmal in die Hand nehmen!! :evil:
      Ich werde sie wohl auch nicht länger am Arm tragen.

      Zur Revision des Werks

      Die erste Meldung des Uhrmachers war:
      Beim Demontieren stellte sich heraus:- drei Räder des Laufwerks haben stark
      verrostete Triebzähne und Zapfen.
      - eine Reihe Zähne des Federhaus ist leicht verbogen (wohl Zugfeder unter
      voller Spannung einmal gerissen).
      Auch sonst sind überall Rostspuren zu sehen, auch das Zifferblatt erlitt seinen
      Zustand durch Feuchtigkeit.
      Die Zähne des Minutenrad-Triebes waren Öl getränkt, da war jemandem der
      verrostete Zustand wohl bekannt.
      Eigentlich müssten oben genannte Teile ersetzt werden, ich habe aber keinen
      Zugriff auf V22 Ersatzteile.
      Wenn ich von Ihnen nichts anderes höre, werde ich die Teile weiter verwenden
      (Triebzähne wurden nachpoliert, Zapfen rolliert).


      Der Vorbesitzer wurde von mir angeschrieben und hat (man
      staune) sich angeboten, die Hälfte der Revisionskosten zu übernehmen. Das Geld
      habe ich tatsächlich bekommen.
      Die Revision war erfolgreich, die Uhr läuft jetzt prima. :thumbsup:
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      „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei.“
      Gratuliere zur gelungenen Restaurierung. Wenn man das ZB antasten würde, dann würde man nicht nur die Authentizität beeinträchtigen sondern auch eine Wertminderung verursachen. Insofern finde ich die vorgenommenen Arbeiten absolut maßvoll und erhaltend.
      Bist Du bezüglich des Messwerts sicher. Ich nehme an Du meinst 400 mSV pro Jahr?

      Gruß,
      Walter
      "Ich bin ein Höhlenbewohner. Die Zimmer mit Aussicht überlasse ich Ihnen" - G. Bachmann