Covid-19 Auswirkungen auf vintage Uhrenmarkt

      Covid-19 Auswirkungen auf vintage Uhrenmarkt

      Hat wer von euch schon Indizien wie sich Corona auf den Vintage Uhrenmarkt auswirkt? Die Preise für Rlx Neuuhren müssten ja durch die Decke gehen.
      VG, Günter
      "Des is wia bei jeda Wissenschaft, am Schluss stellt sich dann heraus, dass alles ganz anders war."
      Zitat: Karl Valentin
      Die Corona-Krise wird eine Rezession zur Folge haben. Schon jetzt werden Existenzen vernichtet und Menschen geraten in ernsthaft wirtschaftliche Probleme.
      Das ist ein schlechtes Umfeld für Vintage-Uhren. Ich sehe auf breiter Front Desinteresse für Vintage-Uhren. Auf Ebay wird man mit Rabatten von Verkäufern überschüttet. Und bevor das Haus weg ist, werden viele Leute sich erst einmal von ihren Kleinodien trennen. Im Augenblick haben das viele noch nicht verstanden und bieten nach wie vor zu Mondpreisen an. In ein paar Wochen beginnt nach meiner Einschätzung der Käufermarkt, wenn die Leute schnell Geld brauchen und mit ihren Preisvorstellungen drastisch runtergehen müssen.

      Auch im Vintage-Premiumsegment sehe ich nicht wirklich Kauflaune. Und eine neue Rlx ist das letzte, was die Leute gerade gebrauchen können.

      Gruß,
      Walter
      "Ich bin ein Höhlenbewohner. Die Zimmer mit Aussicht überlasse ich Ihnen" - G. Bachmann
      Hallo Walter,

      ich sehe das wie Du. Viele Leute haben den Schuss noch nicht gehört und hoffen, das dieser Corona Virus basierende Spuk bald wieder vorbei ist. Selbst wenn nach optimistischen Schätzungen in 1 1/2 bis 2 Jahren Impfstoffe bzw. Medikamente verfügbar sein sollten, dann längst noch nicht für die Gesamtbevölkerung, sondern für Risikogruppen. Unabhängig davon werden die weltweiten Verwerfungen im wirtschaftlichen Bereich eher zunehmen, um nicht von Weltwirtschaftskrise zu sprechen und die gesamte Globalisierung einschließlich der bisherigen Lieferketten wird hinterfragt und vermutlich neu aufgestellt werden müssen. Die Arbeitslosigkeit wird für längere Zeit in unbekannte Höhen klettern. Vor diesem Hintergrund werden Uhren für viele zweit- oder drittrangig sein und müssen - ggf. mit großen Verlusten - verkauft werden!
      Damit platzt dann auch die Blase, in der Uhren zu Wahnsinnspreisen ge- und verkauft wurden. Der gesamte Markt wird hoffentlich in ruhigeren Fahrwassern landen.

      Gruß,
      Uli
      Nach einer deflationären Phase, in der wir gerade stecken, wird es im Zuge einer wahrscheinlich allgemein steigenden Inflation wieder einen Run auf Sachwerte geben. Dann wird auch die Nachfrage nach Vintage-Uhren zurück kommen.

      Bis dahin wird es aber noch dauern; niemand weiß wie lange. Ich persönlich gehe davon aus, dass wir das frühestens Ende des Jahres sehen werden. Es sei denn, wir haben dann gerade wieder eine zweite Corona-Welle. :(

      Gruß,
      Walter
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      Die Frage ist was bekommt man überhaupt noch zu kaufen. Die Auktionshäuser sind zu Zeit recht schwach mit qualitativen Uhren bestückt seit dem Beginn der Pandemie sind auf Ebay fast keine
      Taschenuhren in Gold mehr angeboten worden hochwertige Stücke gar nichts mehr. Ein Beispiel vor kurzem waren noch ungefähr zehn Fortis Marinemaster mit dem Valjoux 72 am Markt erhältlich
      von Heute auf Morgen bis auf eine alle weg. Jeder der Intelligent ist wird wohl im Moment der Unsicherheit nichts verkaufen. Ein hoher Politiker aus der Regierung ließ durch die Blume in einer seiner
      Reden durchblicken das Personen die etwas besitzen die Anderen unterstützen müssen die nichts mehr haben im Klartext Zwangsenteignung von Vermögen. An Sachwerte kommt der Staat nicht ran.
      Wie es mit dem Euro weitergeht ist auch unklar Italien und Spanien sind wohl bald Zahlungsunfähig und können keinen Schuldenschnitt wie früher mit Entwertung Ihrer eigenen Währung machen.
      Ich wünsche Uns allen das es nicht so kommt die Realität und Zahlen die viel noch nicht sehen wollen sind erschütternd für die Zukunft und Europa.

      Gruß Michi
      Für Europa sehe ich das auch so. Die momentane Aufgeregtheit wegen der sogenannten Corona-Bonds hat einen ganz anderer Hintergrund. Die Regierungen von Italien, Spanien und Frankreich sind nicht zuletzt wegen ihres schlechten Krisenmanagements politisch gescheitert und haben rechte Populisten im Rücken, die sehr ruhig abwarten können. Finanziell sind all diese Staaten schon jetzt am Ende und drängen deswegen auf eine Vergemeinschaftung von Schulden. Europa droht am Euro zu zerbrechen und man kann nur hoffen, dass unsere Pappenheimer standhaft bleiben und sich nicht mit diesen Pleiteländern in eine gemeinsame Haftung drängen lassen. Sollte es anders kommen, dann werden die Populisten hierzulande auch stark gewinnen. Den Rest kann man sich ausmalen...

      Gruß,
      Walter
      "Ich bin ein Höhlenbewohner. Die Zimmer mit Aussicht überlasse ich Ihnen" - G. Bachmann
      Die Flucht in Sachwerte wird weitergehen. Nicht ins Haus im Neubaugebiet, sondern in Uhren, Rohstoffe, Gold. Wie immer die Frage welche Uhren ihren Wert behalten. Es kann ja nicht immer die GMT Master sein.
      Politiker greifen wieder einmal in die Mottenkiste entweder mit platter Enteignung oder zitieren aktuell den Lastenausgleich der 50er (damals durchaus eine Lösung). Aber SARS Cov 19 hat nichts mit der Zerstörung Kriege zu tun.
      Erst jahrzehntelang mit vollen Händen Geld ausgegeben und nun „endlich“ wieder sozialistische Ideen. Der Mittelstand, der hier bleiben muß, wird geschröpft. Die wirklich Reichen ziehen um die Welt.

      Arado wrote:

      Die Flucht in Sachwerte wird weitergehen. Nicht ins Haus im Neubaugebiet, sondern in Uhren, Rohstoffe, Gold. Wie immer die Frage welche Uhren ihren Wert behalten. Es kann ja nicht immer die GMT Master sein.
      Politiker greifen wieder einmal in die Mottenkiste entweder mit platter Enteignung oder zitieren aktuell den Lastenausgleich der 50er (damals durchaus eine Lösung). Aber SARS Cov 19 hat nichts mit der Zerstörung Kriege zu tun.
      Erst jahrzehntelang mit vollen Händen Geld ausgegeben und nun „endlich“ wieder sozialistische Ideen. Der Mittelstand, der hier bleiben muß, wird geschröpft. Die wirklich Reichen ziehen um die Welt.


      Leider sind seit einigen Jahren viele Uhren, vor allem die von Rolex, Patek Philippe und Audemar Piquet, der Geldgier und damit Spekulation einiger Zeitgenossen zum Opfer gefallen. Am Markt ist JEDES begehrte Rolex Modell sofort ohne jegliche Verzögerung zu bekommen, wenn jemand bereit ist, die z.T. absurden Preise zu bezahlen. In etlichen Verkaufsplattformen und Foren ist dies nachzuvollziehen. Heute vom Konzi abgeholt, morgen bereits mit vierstelligen Aufpreisen wieder am Markt.
      Ich halte dies schon lange für pervers, von Gier nach Profit getrieben und solche Mitmenschen sind für mich keine Uhrenliebhaber oder -sammler, sondern üble Spekulanten, die es echten Sammlern schwer machen, an interessante Uhren genannter Marken zum Listenpreis heran zu kommen.

      Für mich wäre deshalb nichts schöner, als wenn diese ganze Spekulationsblase endlich platzt und die Preise sich wieder auf ein normales Maß einpendeln. Ich hoffe nur, das mancher dieser Zeitgenossen böse auf die Nase fällt und auf seinen überteuerten Uhren sitzen bleibt.

      Flucht in Sachwerte können sich zukünftig vermutlich nur diejenigen noch leisten, die bei der jetzigen Krise keinen finanziellen Untergang erleiden, indem sie ohne Job dastehen, selbständig waren oder deren kleine oder mittelständige Firmen auf der Strecke blieben und die sehen müssen, wie sie über die Runden kommen. Ob sie ihre Sachwerte, so sie denn welche haben, noch ohne Verluste verkaufen können, steht für mich auch noch nicht fest. In allen Krisenzeiten bestimmten den Wert einer Ware diejenigen, die begehrte Tauschobjekte verfügbar hatten. Während und nach dem 2. Weltkrieg waren dies vor allem Lebensmittel, die man von den Bauern gegen andere Werte tauschen wollte bzw. musste.

      Was die wirklich Reichen betrifft, die schweben über allem, sie nutzen ihre Netzwerke und nichts ändert sich für die Super Reichen.
      Eine gute Analyse!
      Ich wollte „schon immer“ eine Batman haben. Aber die Preise sind völlig irre und erinnern an den neuen Markt. Ohne mich.
      Uhren, gerade unsere, sind Oldtimern ähnlich. Jeder spricht von Garagengold. Allerdings muß man das richtige Objekt haben und es kostet an Reparaturen und Inspektionen erheblich, wenn es schön bleiben soll. Für Sammler ist der Markt sehr schwierig, bei den aktuellen Preisen habe ich zunächst erstmal meine letzte Uhr gekauft.

      Die aktuelle Lage trifft den ganzen Mittelstand und alle in niedrigeren Lohnsektoren. Damit ist diesen Leuten der Aufstieg zunächst erstmal verwehrt.
      Zurzeit glaube ich nicht an einen völligen Zusammenbruch, daß wir unsere Uhren gegen ein Stück Brot tauschen müssen. Das ist mir zu schwarz gemalt.
      Es sind vor einer Krise eben Werte zu finden, die nach der Krise noch einen gewissen Wert haben.
      Und da dürften die richtigen (!) Uhren doch nicht so schlecht sein, wenn man sie nicht im gehypten Bereich gekauft hat.
      Die Frage ist natürlich, ob militärische Uhren, so schön wir sie auch finden, der neuen Generation etwas wert sind. Drohnen ersetzen Piloten, den Drohnenfliegern genügt auch die viel präzisere Digitaluhr. Wir sind hier im Nischen- und Hobbybereich unterwegs. Die neue Generation „tickt“ womöglich anders.

      So wird am Ende als schnell fungibler Sachwert doch nur ein Rohstoff übrigbleiben.
      Da mache ich mir keine Sorgen. Ich bin damals jedenfalls nicht in Camouflage rumgelaufen oder habe mich in eine halbe Husarenuniform gesteckt. Military ist total in heutzutage gerade in der Mode und hochwertige Uhren werden immer allein wegen der Handwerkskunst begehrt bleiben.

      Gruß,
      Walter
      "Ich bin ein Höhlenbewohner. Die Zimmer mit Aussicht überlasse ich Ihnen" - G. Bachmann
      Ich sehe es ganz nüchtern: schön dass die von uns geschätzte Uhren vlt. wieder günstiger zu haben sind.

      Man sollte sich aber keinen Illusionen hingeben, dass wir in Uhren Sachwerte haben die Jahrzehnte überdauern werden. Das dachte man bei alten Fayancen auch, ebenso bei Perserteppichen, dem Biedermeierzimmer und dem guten alten Silberbesteck. Ich kann nur sagen: das sind alles zeittypische Sammelgebiete, die schon die Nachfolgegeneration wahrscheinlich nicht mehr interessieren wird. Ich habe einen guten Freund, der hat die Garage voller Ducati, Moto Guzzi, Benelli Sei. Alle tip top. Seine 3 Söhne finden das spiessig, die wollen weder einen Führerschein dafür machen noch so ein Ding fahren.... nicht mal geschenkt.

      Natürlich sollte uns das nicht davon abhalten diesem schönen Hobby nachzugehen. Aber wer wirklich was in die Zukunft investieren will, sollte sich lieber ein paar ETF auf einen Index anschaffen. Ist halt nicht schön anzuschauen, und kann man auch nicht gut mit sich rumtragen. Aber der Nachwuchs kann damit in 20 Jahren das kaufen was die Leute dann eben haben wollen...
      Grundsätzlich richtig, die neue Generation schätzt andere Dinge.
      Aber ein ETF? Das sind meist verpackte synthetische Derivate. Kann man machen, solange die Musik spielt.
      Ich lege mich jetzt fest. Uhren sind fürs eigene Vergnügen mit einer gewissen Möglichkeit eines Werterhalts.
      Ansonsten...“Gold und Silber lieb‘ ich sehr“
      Armbanduhren sind schon seit Jahrzenten begehrt und haben Perserteppiche und Biedermeierzimmer überlebt und das hat einen ganz einfachen Grund. Uhren besitzen ein gewisses Prestige , sind ein Statussymbol und man kann sie tragen, wenn man möchte. Die Frage ist deswegen nicht, was der common sense macht. Die Frage ist, ob es auch in Zukunft eine vielleicht etwas elitäre Zielgruppe gibt, die Uhren schätzt. Wir dürfen dabei auch nicht immer nur auf unsere westlichen, demographisch kaputten Gesellschaften blicken. In Asien sind wertvolle Uhren ein Symbol für Wohstand und Aufstieg. Es wenn sich das mal ändert, bin ich pessimistischer. Aber das werde ich nicht mehr erleben ;)

      Und was Vermögen allgemein betrifft so gilt die eiserne Regel: Niemals alle Eier in einen Korb. Aktien, ETF`s, aktive Fonds, Edelmetalle, Immobilien schön streuen...

      Gruß,
      Walter
      "Ich bin ein Höhlenbewohner. Die Zimmer mit Aussicht überlasse ich Ihnen" - G. Bachmann
      Schlimm für die einzelnen Geschäfte. Aber wer beispielsweise Mitte 2019 LVMH-Aktien gekauft hat und diese Tage draufschaut, merkt gar nichts.
      Vielleicht liegt das aber auch an der Entkoppelung des notenbankgetriebenen Aktienmarktes von der Realwirtschaft.