Die Hanhart eines WK2 Piloten

  • Hallo,


    auf eine Anregung von travis eingehend, stelle ich eine Hanhart vor, die ich aus dem Familienbesitz eines ehemaligen WK2 Piloten erwerben konnte.


    Sehr interessant waren die Zugabe von Fotos aus dem Familienalbum (natürlich nicht die Originale) und die Beschreibung des Lebenslaufs und der militärischen Vita des Piloten.


    Daraus geht u.a. hervor, daß die Piloten nicht nur Offiziere waren (wie hier und da behauptet wird :zwinkern:), sondern oft auch Unteroffiziere.


    Bei der Uhr handelt es sich um eine recht frühe 1-Dr. Version (Nr. 104xxx), noch mit Messingboden, hergestellt im Februar 1943.
    Die Uhr wurde aussen ausser Reinigung in ihrem Zustand belassen. Die Abnutzung durch langes Tragen auch noch nach dem Krieg ist typisch und gut erkennbar.
    Im Gegensatz dazu das Werk, noch sehr schön original erhalten. Es wurde einer gründlichen Revision unterzogen und ist wieder kerngesund wie in seinen besten Jugendjahren.


    [Blocked Image: http://i18.photobucket.com/albums/b130/praezis/IMG_0569bi.jpg]


    [Blocked Image: http://i18.photobucket.com/albums/b130/praezis/IMG_0566ii.jpg]


    [Blocked Image: http://i18.photobucket.com/albums/b130/praezis/IMG_0578bi.jpg]


    [Blocked Image: http://i18.photobucket.com/albums/b130/praezis/IMG_0585bi.jpg]


    [Blocked Image: http://i18.photobucket.com/albums/b130/praezis/brief_i.gif]

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    Fliegeruhren - Hanhart Vintage Service

  • ohja, das ist wirklich was sehr feines!! :respekt:


    Was ich persönlich nicht verstehen kann - wie kann man ein solches Erinnerungsstück seines Vaters verkaufen....


    Quote

    Daraus geht u.a. hervor, daß die Piloten nicht nur Offiziere waren (wie hier und da behauptet wird ), sondern oft auch Unteroffiziere.


    Meines Wissens flogen sogar Mannschaftsdienstgrade, aber diese Behauptung muss ich erst verifizieren. Unteroffiziere flogen aber damals aber auf jeden Fall

  • Danke für den sehr interessanten Beitrag. :respekt: Diese Uhr hat Geschichte und man sieht es ihr auch an. Das hat mich gleich fasziniert.


    Wer eine solche Uhr aus welchen Gründen auch immer aus der Gefangenschaft retten konnte, hat sie natürlich weiter getragen. Sie hat somit mehr Friedensjahre als Kriegsjahre hinter sich.


    Was die Ränge betrifft, so ist verifiziert, dass auch Mannschaftsdienstgrade geflogen sind. Eine Quelle ist u.a. die Verlustliste des Unternehmens Bodenplatte vom 01.01.1945.


    Hier ist der Link:


    http://www.denkmalprojekt.org/…waffe_bodenplatte_wk2.htm


    Unter den Gefallenen sind zahlreiche Manschaftsdiensgrade zu finden, was angesichts des Pilotenmangels im Jahr 1945 auch nicht verwundern dürfte.


    Der Vater eines guten Freundes war auch in Norwegen in einer Aufklärungseinheit stationiert. Flugzeugmuster Heinkel He 111.


    Wenn ich es recht sehe, sind die Flugzeuge auf den Bildern auch Heinkel.


    Beste Grüße


    Walter :zwinkern:

  • Schwer zu verstehen, dass man so ein Erinnerungsstück hergibt. Andererseits definiert sich die Beziehung des Mannes zu seinem Vater sicher durch mehr als nur durch die nicht persönlich erlebte Erinnerung an den Krieg. Im übrigen hat der Pilot die Uhr ja offenbar selber gewissermaßen "zwischengelagert" und trug sie dann nicht mehr.


    Freuen wir uns, dass die Uhr nicht verloren ist. Vielleicht lässt sich ja noch etwas über die Geschichte des Piloten erfahren. Wir haben doch hier Historiker an Bord. Gibt es nicht doch Zugang zu Akten und Aufzeichnungen der Einheit, bei der der Mann Dienst tat? Wenn wir so auch vielleicht nicht viel über den Piloten erfahren, so doch vielleicht über seine Einheit und die Praxis der Wetteraufklärungsflüge im Norden.


    War Generaloberst Dietl nicht commander in chief da oben?

  • Quote

    Freuen wir uns, dass die Uhr nicht verloren ist.


    Ja, das ist erstmal das wichtigste, an der Sache. Das sehe ich auch so



    Quote

    Wenn ich es recht sehe, sind die Flugzeuge auf den Bildern auch Heinkel.


    Ja, das ist eine frühe He 111, es ist maximal eine He 111 J bis 39 gebaut wurde, aber welche es genau ist, da werde ich erstmal meine Bücher fragen.
    Auch die Markierung mit dem großen HK im roten Streifen im weißen Kreis auf dem Leitwerk weisst auf ein älteres Bild hin. (rechtes Bild)
    30.01.39 kam eine Vorschrift geraus, daß die rote Fläche, sowie der weiße Kreis bei Militärflugzeugen überlackert werden soll.

  • Nö, ich verrate nichts, denn RLM-NAV und nun auch praezis verraten ja auch nicht die Namen der Piloten…….









    War natürlich nur ´n Scherz, denn anhand von praezis Brief könnte man rausbekommen wer es war, daher nun auch was ich gefunden hab - (so ne Art Info-sharing :zwinkern: )


    Ich habe das rechte Bild von praezis vergrößert (Bild1) und hab im I-Net eine He 111 gefunden die ganz offensichtlich die gleichen Motoren drin hat vom Bild 1.
    Auch der Kühler – einfach alles ist gleich und daher kann ich fast sicher sagen, daß dies eine He111 B-1 ist.


    Bild 1
    [Blocked Image: http://img515.imageshack.us/img515/8131/he111ak6.jpg]


    und nun zum Vergleich eine He 111 B-1 aus fast demselben Blickwinkel
    [Blocked Image: http://img403.imageshack.us/img403/6812/he111b11db4.jpg]





    Die B-1 hatte die Werksnummern 1008 - 1029, 1131 - 1180, 1182 - 1264, 1441 - 1458, 1499 - 1534.
    Insgesamt 300 Maschinen ab Januar 1937 gebaut, ausgerüstet mit zwei DB 600 A-Triebwerken.
    30 dieser B-1 wurden auch 1937 gegen die spanische Republik eingesetzt und erwiesen sich im Einsatz als robuste und fortschrittliche Maschinen.


    Quelle:
    Viele I-Netseiten mit copyright-freien Bildern – leider habe ich nicht auf die schnelle mitgeschrieben welche das waren.



    Nachtrag - ich habe gerade beim reinkopiren des Textes gesehen, daß praezis da noch höheraufgelöste Bilder reinhat, da schaue ich gleich mal....


    Nachtrag 2:
    Da sind bei 2 Bildern die Kennungen der Flugzeuge auf dem Rumpf zu erkennen- nun geht die Sucherei erst richtig los.... :springen:

  • S3 + DD2


    2. Schulkennzeichen
    Ein weiterer Befehl mit Datum 26. Januar 1937 betraf die Flugzeuge der Fliegerschulen, Fliegerersatzabteilungen und Fliegerübungsstellen, die „ständig aufgerüstet“ waren. Sie erhielten nun ein S als ersten Buchstaben, weiter gefolgt von der Nummer des Luftkreises, dem Balkenkreuz und einer fortlaufenden Nummer, die sich aus einem Buchstaben (A-Z) und einer Zahl (01–99) zusammensetzte, so z. B. S4 + A 11
    Im selben Befehl wurde festgelegt, dass „alle übrigen Flugzeuge ihre bisherigen Kennzeichen mit D- und Buchstabengruppe“ beibehalten.


    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/D…gzeugkennzeichen_bis_1945


    Aha, dann war das scheinbar seine Schulungsmaschine, auf der er lernte

  • Die Info´s kommen häppchenweise :grinsen:


    S3 + war die Kennung von der Kampfgruppe z.b.V. 23, Transportgruppe 30
    Vielleicht doch keine Schulungsmaschine?? :denken:


    Ich suche mal weiter.....


    Nachtrag:
    Ich hab mal bei Luftarchiv.de nachgefragt

  • So – ich glaube das mit der He 111 ist wurde hier gelöst
    http://www.luftwaffe-bullet-board.com/viewtopic.php?t=10268 (Anmeldung erforderlich)


    Wer sich nicht anmelden möchte – ich fasse es mal kurz zusemmen:
    Ich habe dort nach einer He 111 mit der Kennung S3 + DD2 gefragt und es wurde festgestellt, dass es keine DD2 gab und diese Nummereierung nicht in das gängige Kennungsnummern-Schema gepasst hätte.


    Es ist also nicht die DD2 sondern die D02


    Hier die aufschlussreichsten Antworten:


    Kurfürst:
    bist Du Dir sicher, dass die 2. Stelle nach dem Balkenkreuz ein "D" ist?


    Die drei Stellen nach dem Balkenkreuz sprechen eher für eine Vorkriegskennzeichnung. Deshalb tippe ich da auf einen Lesefehler und somit auf eine "Null" (S3+D02).


    Dann würde nämlich diese Markierung zu einer Schule nämlich der Blindflugschule (BFS) Brandis, der späteren BFS 1, passen.


    Nachlesen kannst Du das in der Zeitschrift Jet & Prop 2/03 Seite 29, Titel des Artikels "Die Kennzeichen der Schulflugzeuge zwischen 1936 und 1939.


    Das Ganze hat nichts mit den Verbandskennzeichen der Kriegszeit zu tun, die setzten sich immer aus eine 2-stelligen Buchstaben/Zahlenkombination vor dem Balkenkreuz und einer zweistelligen Buchstabenkombination nach dem Balkenkreuz zusammen.


    -------------------------------
    Fred:
    Ist S3+D02


    dazu noch die doppelte Bauchbinde der BFS. M.M. nach eindeutig.
    ______________________________________


    Kurfürst:
    Hallo nochmal,


    ich gebe zu, dass der Unterschied zwischen dem D und der 0 auf dem Bild nicht allzu groß ist. Das dürfte nach meiner Ansicht aber am Blickwinkel liegen.


    Aufgrund der Kennzeichnungspraktik und den beiden Ringen, die für Blindflugschulen üblich waren, die auch Fred erkannt hat, bleibe ich bei meiner Meinung und zwar uneingeschränkt!


    Die KGr zbV 23 wurde im Januar 1943 aufgestellt und im Mai 1943 in TGr. 30 umbenannt. Sie war zwar mit He 111 ausgerüstet, dies waren aber sicher modernere und leistungsstärkere He 111 Varianten wie z.b. H-6, H-16, H-20.
    vgl. hier:
    http://www.ww2.dk/air/transport/kgrzbv23.htm
    http://www.ww2.dk/air/transport/tgr30.htm
    http://www.ww2.dk/oob/bestand/trsp/btgr30.html


    Wie bereits weiter oben ausgeführt, gab es zum Aufstellungszeitpunkt der genannten Einheiten nur mehr die vierstelligen Verbandskennzeichen (xx xx). Also für mich eindeutig eine Vorkriegskennzeichnung und zwar für eine Schule. Es kann sich nur um die Kennzeichnung S3+D02 handeln. Alles andere passt nicht ins System.


    Es gab zwar bei der Luftwaffe nix was es nicht gab, aber im vorliegenden Fall möchte ich eine Ausnahme von der Regel ausschließen.



    JoMe:
    Ich kann's zwar nicht 100 prozentig auflösen, aber schaut doch mal (sofern vorhanden) in das Buch über den Flugplatz Brandis "Zwischen Leipzig und der Mulde", S.41, dort sind Fotos der Do 17 E/F / S3 + D 01 und der He 111 B / S3 + D 02 zu sehen.
    Die beiden gelben "Blindflugstreifen" am Rumpf scheinen übereinzustimmen. Meiner Ansicht nach handelt es sich um die gleiche Maschine, wie in diesem Forum besprochen.
    Die "0" scheint sowohl bei der Do 17, als auch bei der He 111 im unteren vorderen Winkel tatsächlich etwas eckig zu sein, dennoch ist es eine "0".


    zulufox:
    um den Beitrag fortzusetzen, Ransom listet die Maschine auf Seite 86 als:
    He 111 B WerkNr. ?155 und dem Kennzeichen S3 D02.
    Auf dem Bild auf Seite 41 entspricht die 0 schon einer Null, alle Rundungen sind gleichmäßig.


    Die Bildinterpretation kommt aber auch ein wenig darauf an, wie groß das ursprüngliche Bild ist und ob es ein Bild oder ein Druck war.





    Meinen Dank geht an das Forum von luftarchiv.de und an.....
    Fred
    Falke 1
    Deadalus
    JoMe
    zulufox
    und besonders
    Kurfuerst, der wohl maßgeblich an der Lösung beteiligt war

  • Ich würde diesen alten Beitrag gerne wieder aufnehmen.
    Stimmt die Geschichte zu dieser Uhr, oder ist sie nur erfunden?
    Servus, Günter

    "Des is wia bei jeda Wissenschaft, am Schluss stellt sich dann heraus, dass alles ganz anders war."
    Zitat: Karl Valentin

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