Hanhart Bundeswehr 417ES Kal. 42/52 Moby Dick oder Admiral oder für medizinisches Personal

  • Servus, meine Herren!


    Diese Hanhart Kal. 42-52 wird von Hanhart auf der Homepage "Admiral" genannt und Konrad Knirim schreibt, daß sie vorwiegend für medizinisches Personal eingesetzt wurde. Mir gefällt aber der Name Moby Dick für diese sehr seltene 417ES besser.


    Offenbar gibt es nicht viele dieser 417ES mit weißem Blatt. Mein guter Bekannter Joe A. aus Texas besitzt eine und von den anderen beiden gibt es nur Fotos. Neben Joe A.s Exemplar findet man ein Exemplar in Konrads Buch und eins auf der Hanhart Homepage.


    Eckdaten:
    Referenz 417ES
    Versorgungsnummer (NSN) 6645-12-120-4858
    Kal. 42-51 mit Temposchaltung mit Rubinen auf Chronobrücke und Anker, "Made in Germany" signiert
    Gehäuse, Boden und Drehring aus Stahl mit beschichteten Anbauteilen wie abgefalzte Krone und Drücker mit Loch und Nut
    Zifferblatt weiß "Made in Germany" und "Hanhart 17 Steine"
    Ziffern auf Blatt und gebläute Zeiger Minute, Stunde und Stoppsekunde mit Radium Leuchtmasse belegt, kleine Zeiger gebläut


    Bemerkenswert sind auch die original Einweg Federstege bzw. schulterlosen Stege sowie die Leuchtmasse im Drehring.


    Ein Bild dieser Uhr habe ich vor vielen Jahren hier im Forum gesehen und seitdem hat sie mich nicht mehr losgelassen. In der letzten Zeit galt mein Interesse fast ausschließlich den Nachkriegsmodellen und nun kann ich das Kapital Hanhart abschließen.


    Viele Grüße


    Felix

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    SMS Viribus Unitis 1911

  • Glückwunsch Felix, ein schönes Stück. Hier sind wir allerdings abhängig von der offiziellen Hanhart Geschichtsschreibung, die ich in Zweifel ziehe. Für den medizinischen Dienst gab es eigentlich die Hanhart MDS.


    Hanhart 417 BUND "MDS"


    Auch die Bezeichnung Admiral würde ja eher zur Marine passen. In jedem Fall ist diese Uhr ein sehr seltenes und schönes Stück, das nur in geringer Stückzahl produziert wurde.


    Gruß,
    Walter

  • Ich persönlich glaube nicht, dass sich Hanhart oder Konrad da was einfallen hat lassen. Ich denke, dass an den Geschichten was dran ist, aber wie so oft bei Hanhart kann man es nicht belegen. Das von dir erwähnte MDS ist auch nicht verifiziert.


    Habe hier aber was Interessantes über die NSN gefunden.


    https://www.nsncenter.com/NSNSearch?q=6645-12-140-4858


    Die NSN 6645-12-140-4858 wurde wohl canceled und am 30/05/1969 durch die 6645-12-120-1509 ersetzt. Das interessante ist, dass diese neue NSN die Ref. 417ES hergibt.


    6645-12-140-4858.png6645-12-121-5208.png


    Bei der -5208 ist es ähnlich.

  • Hallo Felix... Offensichtlich gibt es in weiß auch ein "wk2" Blatt mit 17 Steine und ein nachkriegsblatt mit 17 jewels und den antimagnetic und /oder shockproof aufdrucken.. Ist Dir bekannt ob auch im Krieg weiße Blätter verwendet wurden? Habe außer der 417 es noch keine gesehen... Ist halt nur interessant , dass selbst bei dieser Mini Auflage noch Varianten vorhanden sind...
    Grüße Dirk

  • Dirk,


    ich versuche seit längerem mehr über diese Uhren zu erfahren. Wenn mir Joe A. sein ok gibt, dann poste ich seine Uhr hier herinnen.


    Die von Hanhart auf der Homepage gezeigte, hat auf jeden Fall ein "Vixa" Stahlgehäuse und "meine" Zeiger". Die von Joe A. hat "typische" 417 Zeiger, halt nur gebläut und das normale 417ES Gehäuse wie von der Bund (und auch von meiner). Im Zifferblatt unterscheiden sich die Uhren mit dem Aufdruck "17 Steine" und "17 Jewels plus Shockproof Antimagnetic". Aber beide ZB Versionen tragen unten "Made in Germany" und das ist neben dem Ziffern Layout ein Indiz für Nachkrieg. Warum Nachkrieg? Man beachte die Ziffernbelegung der "17 Jewels" Blätter der Nachkriegszeit und dem hier gezeigten: außen Rand und innen belegt.


    Strahlung? Ja, das tut sie mit ca. 7 microSv. Die genaue Messung liefere ich in den nächsten Tag nach. Leuchten? Nein, nach UV leuchtet das Blatt ca. 1 Sekunde und die Zeiger 3 und dann ist finster.


    Ein paar Bilder mit dem Hintergrund von Konrads Buch. Auf dem letzten Bild kann man sehr schön erkennen, daß der beschichtete Drehring sich vom dem aus Stahl unterscheidet. Ja, es gibt zwei verschiedene Bauarten von Drehringen und ja, sie wurden gemischt verbaut.


    Gruß Felix

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    SMS Viribus Unitis 1911

  • Also Felix, das ist ne starke Uhr! Dass die leicht grünen Ziffern strahlen bestätigt, dass das Leuchtmittel original nicht die gelbe Farbe hatte wie wir immer annehmen. Es gibt noch Radiumleuchtmittel bei unseren Uhrmachern, das sieht eher grauweiss aus. Ich selbst habe auch eine Nachkriegshanhart mit leicht grüner Farbe, die deutlich strahlt. Es wäre eine Fotostrecke wert, alle Farbnuancen der Radiumziffern zu zeigen. Da ist alles dabei, von grauweiß über gelb, grün, braun bis schwarz. Mein Favourit ist derzeit das fast schwarze Kolorit: damit sind wir sicher am weitesten vom Einsatzzustand entfernt, aber es bringt das schlichte Layout der Uhr am besten zur Geltung.


    Bevor ich mich in Details verliere: tolle Uhr und ungewöhnlich anzuschauen mit dem hellen Blatt!

  • Guten Abend!


    Jetzt kommt noch Teil 2 der Moby Dick Geschichte. Mein guter Bekannter Joe aus Texas hat mir erlaubt, Bilder von seiner "weißen" 417ES zu posten. Diese Uhr ist wohl die einzige, die es noch im Internet gibt. Die von Hanhart gezeigte im "Export" Gehäuse taucht nirgends auf. Die auf der Hanhart Homepage und in Konrads Buch dürfte ein und dieselbe Uhr sein. Ich gehe fast davon aus, daß es weniger als fünf gibt auf der Welt.


    Es mag durchaus sein, daß einige auf schwarze Blätter umgerüstet wurden von Sammlern, weil die weißen einfach zu unbekannt sind. Wie komme ich auf sowas? Tja, es gibt halt einige 417ES mit eben solch gebläuten Zeigern und die passen nicht wirklich auf ein dunkles Blatt.


    Aber jetzt zu diesem Exemplar: Gehäuse, Anbauteile sind gleich, allerdings unterscheidet sich das Zifferblatt 17 Jewels und die Blockform Radium Zeiger. Das Blatt ist unten auch mit "Made in Germany" signiert und ist somit ebenfalls nicht mehr WK2 Produktion.


    @cfk: hier ist auch die grünliche LM verbaut.

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    SMS Viribus Unitis 1911

  • Nachtrag zur Belastung durch Radioaktivität. Ich bin geneigt, die Belastung im Vergleich zu den anderen BW 417/417ES als gemäßigt einzuschätzen. Ich habe Zeiger und Blatt auch getrennt vermessen und kann bestätigen, daß beide Komponenten mit Radium belegt sind. Die Aktivität ist wirklich unterschiedlich bei scheinbar gleichen Modellen.


    Servus, Felix.

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    SMS Viribus Unitis 1911

  • Lieber Konrad,


    dein Buch war ja auch der Auslöser für meine langjährige Suche. Joe A. aus Texas hat eine in Natura und Hanhart zeigt eine auf der Homepage.


    Allerdings finde ich bei dir im Buch bemerkenswert, dass die mit dem weißem Blatt in einem "Vixa" Gehäuse mit abgeschrägten Kanten und Drückern aus Stahl steckt und noch dazu die Versorgungsnummer 12-121-5208 trägt, die ansonsten nur für die beschichteten Modelle gilt.


    Gruß Felix

  • Das mit dem 'Vixa-Gehäuse' ist mir gar nicht aufgefallen, die Uhr von Joe hat das nicht, seine Vixa schon.
    Ich sehe aber keinen Anlass, an Fummelei zu denken.
    Auch ich habe nicht heraus bekommen, wer die Prüfer 67 und 183 sind. (Nummern von Erprobungsstellen sind das nicht.)
    Da es auch schwarze HH mit 183 gibt, hilft das wohl auch nicht, die Verwendung der weißen zu belegen.
    Meine Einordnung, dass die für den medizinischen Dienst sind, habe ich mündlich ohne Beleg aus Koblenz.
    Verwunderlich ist schon, wie selten die weißen zu sein scheinen.
    Gruß Konrad

  • Guten Morgen,


    ich zweifle auf gar keinen Fall die Echtheit an. Mir ist nur aufgefallen, daß die Bund 417ES mit Schraubboden die NSN 6645-12-120-4858 und die beschichteteten 417 mit Sprengboden die NSN 12-121-5208. Hier haben wir aber eine 417ES mit Schraubboden und der NSN 12-121-5208 - das hatten wir bisher so noch nie.


    Ja, viele sind es nicht.


    Viele Grüße


    Felix

  • Die Mobby Dick ist keine eigenständige Uhr in der Hanhart Kollektion. Es handelt sich vielmehr um ein spezielles Zifferblatt, das offenbar bei verschiedenen Gehäusetypen (417, 417 ES, Vixa) zum Einsatz kam. Ich selbst habe solche ZB in einem Fundus des vor einigen Jahren verstorbenen Militariahändlers Hubert Tondera gesehen. Er hatte diesen Fundus so von der VEBEG gekauft. Darunter waren neben Hanhart, Heuer, Junghans ZB eben auch jene weißen Hanhart ZB vorhanden. Es war also ein ZB, dass für bestimmte Uhren vorgesehen war. Der Schlüssel liegt in der Verwendung der Uhren. Vielleicht kann Herr Schwer bei Hanhart behilflich sein.


    Gruß,
    Walter

  • Ich habe nochmal nach den Prüfer-Nummern '67' und '183' meinen Spezi Wolfgang gefragt. Hier die Antwort:
    Gruß Konrad


    "Ich habe mich heute nochmal beim Güteprüfdienst erkundigt. Jede dieser Nummern ist personifiziert und einem Abnahmebeamten zuzuordnen.
    Villingen-Schwenningen könnte evtl. in den 60ern von Ulm, Freiburg oder Oberndorf in Bezug auf die Güteprüfung mitbetreut worden sein.
    Wie gesagt die Nr. steht für eine Person und diese noch namhaft zu machen ist nach über 50 Jahren nur schwerlich möglich.
    Die Nr. hat mit einer Erprobungstelle nichts zu tun, sie bedeutet nur dass dieser Versorgungs Artikel von einem Güteprüfer gemäß TL abgenommen wurde."

  • Ich habe nochmal nach den Prüfer-Nummern '67' und '183' meinen Spezi Wolfgang gefragt. Hier die Antwort:
    Gruß Konrad


    "Ich habe mich heute nochmal beim Güteprüfdienst erkundigt. Jede dieser Nummern ist personifiziert und einem Abnahmebeamten zuzuordnen.
    Villingen-Schwenningen könnte evtl. in den 60ern von Ulm, Freiburg oder Oberndorf in Bezug auf die Güteprüfung mitbetreut worden sein.
    Wie gesagt die Nr. steht für eine Person und diese noch namhaft zu machen ist nach über 50 Jahren nur schwerlich möglich.
    Die Nr. hat mit einer Erprobungstelle nichts zu tun, sie bedeutet nur dass dieser Versorgungs Artikel von einem Güteprüfer gemäß TL abgenommen wurde."


    Sehr interessant und Danke für deinen Beitrag! Die gravierten Geier mit Nummer hörten auch recht schnell auf, weil ab Junghans Bund hat keine Armbanduhr mehr sowas drauf.


    Viele Grüße


    Felix

  • Hallo Konrad,
    Das sind die örtlichen Güteprüfstellen GPS), die die Produktion begleiten und für die finale Abnahme zuständig sind. Es gibt sie bei uns in Manching und auch die Fa. Mauser in Oberndorf hat eine GPS. Jeder Prüfer hat seinen eigenen Stempel mit Nummer und früher wurde anscheinend mit der Vers.Nr. auch die Prüfernummer mit eingraviert.
    VG, Günter

    "Des is wia bei jeda Wissenschaft, am Schluss stellt sich dann heraus, dass alles ganz anders war."
    Zitat: Karl Valentin

  • Nochmal kurz zurück zum Pleitergeier, ah Bundesadler, mit Prüf(er)nummer zurück. Hier kommt meine Einschätzung:


    Hanhart 417ES als erste 1957 12-120-4858, danach Hanhart 417 mit 12-121-5208 und ab 1960 Junghans mit 12-124-8591 eingeführt. Bei Hanhart ist der Adler drauf, aber bei Junghans und bei den Nachfolgern Leonidas und Heuer nicht mehr. Daher kann man die Gravur mit Adler relativ gut eingrenzen, weil ab 1960 keiner mehr auftaucht - Junghans Bund, Leonidas und Heuer Bund.


    Hier ist als weiterer Eckpunkt diese Holzschachtel aus dem Jahr 1967, wo die beiden Schleppzeiger nur noch NSN und keinen gravierten Geier mehr tragen. Diesen Klebeadler habe ich aber desöfteren z. B. auf der Bäuerle Stationsuhr.

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    SMS Viribus Unitis 1911

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