Orfina Porsche Design Farbvarianten

  • Hallo zusammen,
    eigentlich hatte ich mir geschworen,
    erstmal keine weitere Vintage Fliegeruhr mehr zu kaufen, aber irgendwie haben die Orfina Porsche Design-Uhren mein Interesse geweckt. Da mir die etwas exotischeren Farbvarianten (schwarz, olivgrün, grau) besonders gut gefallen, würde mich Eure Einschätzung interessieren, wo diese preislich in etwa zu verorten und welche besonders selten sind. Waren z.B. die Nato-Uhren (wohl in grau und schwarz ausgegeben) tatsächlich im militärischen Einsatz, oder handelt es sich bei diesen Zifferblattvarianten eher um eine Art Marketinggag ?
    Vielen Dank für Eure Einschätzungen und viele Grüße,
    Tobias

  • Hoffen wir, dass Frau Schifferle aus der schönen Schweiz hier nicht mitliest oder zumindest den Wortlaut "... um eine Art Marketinggag" überliest :D


    Die Orfina Ref. 7177 NATO-Modelle kenne ich nur mit den (wundervollen) grau-beschichteten Gehäusen und nicht in schwarz. Nach Auskunft von Frau Schifferle gibt es von den NATO-Modellen 1.200 (graue) Exemplare.


    Selbstverständlich waren die NATO-Modelle, genau wie die ROYAL NAVY- und die UAE-Modelle für ausgewählte Angehörige der jeweiligen Streitkräfte bestimmt. Wohl vor allem als Statussymbol für Offiziere und für ausgewähltes Personal.


    NATO.jpg

  • Hallo cooljam,
    danke für Deine schnelle Antwort und das beigefügte Dokument.
    Ich hatte die etwas despektierliche Formulierung 'Marketinggag' absichtlich gewählt, da ich im Nachbarforum 'Military Watch Resource' auf einen Beitrag gestossen bin, in dem die militärische Verwendung zumindest der Navy-Orfinas ziemlich deutlich bestritten wurde:
    https://www.mwrforum.net/forum…Royal-Navy-Orfina-Porsche
    Zum Thema Nato-Orfinas habe ich folgendes Exemplar entdeckt, das gemäß Beschreibung ein schwarzes Gehäuse haben soll.
    Original oder nachträglich vom Uhrmacher auf Basis verschiedener Einzelkomponenten zusammengebaute Uhr ('new old stock') ?
    http://www.antike-sammleruhren…odukt_152416/produkt.html
    Schöne Grüße,
    Tobias

  • Man muss zu Klarstellung feststellen, dass es sich bei diesen Uhren keinesfalls um Dienstuhren handelte. Die einzige Beschreibung wurde ja schon gezeigt und die stammt aus dem Buch von Wesolowski. Versorgungsnummern wie die Bund Orfinas hatten diese Uhren leider nicht.


    Gruß,
    Walter

  • Jetzt mal der Reihe nach :)


    1) Bei den Beiträgen unter dem Link https://www.mwrforum.net/forum…Royal-Navy-Orfina-Porsche geht wohl einiges durcheinander. Hier wird der auf dem Zifferblatt des Orfina Chrono Ref. 7177 erkennbare Aufdruck "ROYAL NAVY" verwechselt mit dem Markenzeichen "Royal Navy" (korrekt: "Royal Navy Swiss Made") von Orfina Swiss S.A. Bei dem gezeigten Orfina Chrono Ref. 7177 ROYAL NAVY handelt es sich um ein sog. Sondermodell, seinerzeit bestimmt für militärisches Personal der Kriegsmarine des Vereinigten Königreichs.


    2) Die 1.200 Exemplare des NATO-Modells (allesamt hergestellt im offiziellen NATO-grau) wurden ausschließlich für die NATO (für NATO-Angehörige) produziert. Insofern können wir ausschließen, dass das von Dir Tobias hier gezeigte NATO-Modell mit schwarzem Gehäuse einem NATO-Fabrik-Original entspricht.


    3) Nach erneuter Information aus dem Hause Schifferle verhält es sich weiterhin so, dass die jeweils in geringer Stückzahl hergestellten Sondermodelle (Ref. 7177): ROYAL NAVY, US Air Force ("The Flying Tigers"), UAE Air Force, "Venezuelan Ministry of Defense (MoD)" etc. bestimmt waren für militärisches Personal des in dem jeweiligen Land ansässigen Militärs. So waren beispielsweise die UAE Air Force Modelle mit goldenem Gehäuse (den Geschmack über dieses Modell lassen wir hier einmal außen vor :D ) bestimmt für höherrangige Angehörige der United Arab Emirates Air Force, die UAE Air Force Modelle mit sablierten Gehäuse (mit dem CENTRAL AIR BASE Totalisator) hingegen für Angehörige mit mittlerem Dienstrang.


    Auch wurde nochmals bestätigt, dass die militärische Zuordnung bzw. die militärische Kennzeichnung der Uhren ("dem Militär zugehörig") in diesem Sinne über den Aufdruck auf dem Zifferblatt erfolgte. Und nicht wie bei den uns bekannten Orfina BUND-Modellen mittels Markierung auf dem Gehäuseboden. Ausnahmen waren die beiden Sondermodelle "Venezuelan Ministry of Defense (MoD)" und die "Ejercito de Venezuela", bei denen die militärische Kennzeichnung jeweils auf dem Gehäuseboden vorgenommen wurde (dies vorrangig deshalb, da die Zifferblätter, wie bei den BUND-Modellen, lediglich mit MILITARY und CHRONOGRAPH ausstattet waren).

  • Die Frage ist immer wieder gleich: Waren bestimmte Uhren Dienstuhren oder privat beschaffte Uhren von Angehörigen der Streitkräfte. Wobei privat beschafft auch bedeuten kann, dass es eine Sammelbestellung gegeben hat. Eine Mittelstellung nehmen theoretisch noch die Auszeichnungsuhren ein, die ebenfalls vom Dienstherren beschafft werden. In diesem Sinn sind die schwammigen Ausführungen von Orfina nicht besonders erhellend. Wie schon erwähnt wurde, tragen nur zwei Modelle reguläre Versorgungskennzeichnungen.


    Zu klären ist also nach wie vor, was der genaue Anlass der Beschaffung war, durch wen sie beschafft wurden, welche Stückzahlen, an wen wurden sie ausgeliefert usw. Bei der Royal Navy Orfina trifft das ja auch genau zu, denn wenn es ein Branding war im Sinne einer Modellbezeichnung (spätere Modelle trugen auch diese Bezeichnung), dann war es wahrscheinlich keine Dienstuhr. Die Briten haben alle Dienstuhren mit Versorgungsnummern versehen. Genau darauf wird im MWR Forum hingewiesen, denn Wesolowski hatte das in seinem Buch behauptet. Die Feststellung, die Uhr sei für Angehörige der Streitkräfte bestimmt, ist einfach zu dünn für einen Hersteller. An wen wurden sie geliefert usw. So etwas weiß man doch als Produzent; also was soll dieses Schwadronieren von Orfina. Wir sind ja nicht in der Kirche. Wir wollen wissen und nicht glauben.


    Noch einmal zur Dienstuhr: Eine Dienstuhr wird vom Dienstherrn für dienstliche Zwecke beschafft und dann ausgegeben bis auf Widerruf. Sie bleibt im Eigentum des Dienstherrn und ist in der Regel deswegen auch mit einer Versorgungsnummer gekennzeichnet. Am Ende der Dienstzeit geht die Uhr zurück an den Dienstherrn, der sie offiziell ausmustert über die bekannten Kanäle: z.B. VEBEG, Zollauktion oder in UK die MoD Sales.


    Gruß,
    Walter

  • Hallo cooljam, hallo Walter,
    vielen Dank für Eure Ausführungen. Immerhin weiß ich jetzt, dass die schwarze Nato-Orfina eher ein Wolpertinger denn eine rare Sammleruhr zu sein scheint, für die ich sie beinahe gehalten hätte :) Könnt Ihr vielleicht noch etwas zu den aktuellen Preisen für schwarze Bundeswehr-Orfinas, die grauen Nato-Modelle oder die olivgrünen Modelle aus Venezuela sagen ?
    Danke und schöne Grüße,
    Tobias

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