Hanhart bei Ebay

  • Servus!


    Der Drehring kann nicht passen, weil das Gehäuse ist ein original oDL! Das oDL Gehäuse ist ja ca. 1 bis 2 mm größer im Durchmesser und daher sitzt der Drehring, der original von Hanhart sein dürfte, nicht bündig.


    Woran erkennt man das Gehäuse ohne Drehring? Einmal an den Anstößen, der Stahlboden sitzt nicht auf und die Boden Beschriftung ist eben markant. Das mDL Gehäuse hat andere Anstöße, der Boden sitzt auf und ein Teil der Beschriftung ist rund auf dem Boden. Einfach mal vergleichen.


    So eine Uhr gab es nicht und fällt unter Bastelei oder Verschlimmbesserung.


    Gruß, Felix

  • Hast Recht. Auf so eine Idee muss man erst einmal kommen. Ich kannte das bis dato nur von den Spargehäusen, die gelegentlich abgedreht werden, um eine Lunette einzupassen. Aber ein großes Gehäuse ohne Drehlunette anzupassen ist mir noch nie untergekommen.


    Gruß,
    Walter

  • Oh ja, mir schon. Ich mein sogar, dass es diese Uhr ist. Mich hat ein alter Hanhart Sammler darauf hingewiesen, der anscheinend jemand kennt, der diese Umbauten machte. Daher habe ich mich sehr drauf konzentriert bei meiner jahrelangen Suche.

  • Servus,


    so sahen die Restaurationen in den 1980 ern immer aus, wenn sie ambitioniert betrieben wurden: Gehäuse neu vernickelt, Zifferblätter neu bedruckt, Zeiger neu belegt. Nehme an die drei Uhren standen so Jahrzehntelang in einer Vitrine. Zu der Zeit war eine Urofa 59 "überholt" kaum unter 10 K DM zu haben...


    Grüße,


    caspar

  • Auesserliche Aufarbeitung ist ja vertretbar aber dieses Mischen von Modellen und Handanlegen mit der Schleifmaschine ist grausam. Damals wusste man offenbar auch zu wenig über die einzelnen Modelle und ihre Geschichte. Für mich persönlich ist die Geschichte um die Uhren herum genauso wichtig und interessant wie die Artefakte selbst.


    Gruß,
    Walter

  • Die begeisterte Expertise ist von 2004, lange nach den 80ern.
    Gehen wir mal vom exorbitanten Preis ab, theoretisch könnte man das doch rückgängig machen. Ein Gehäuse einer Schlacht-oDL und man hätte wieder eine schöne Uhr, oder?

  • Ich habe die Anbieterin höflich angeschrieben und angeboten die Uhr zum Preis des Werks zu kaufen. Ich habe ihr die Begründung der Nichtoriginalität der Uhr im aktuellen Zustand aus meiner Sicht geschildert.
    Da ich noch ein Zifferblatt rumliegen habe, denke ich, daß man daraus irgendwie wieder eine originale Uhr machen könnte.
    Ich habe wirklich geschmunzelt, als ich die süffisante Antwort bekam.
    Ich ändere den Namen des Uhrmachers ab.


    „Hallo , mit Ihrer Meinung liegen Sie völlig daneben . Diese Uhr stammt von Uhrmachermeister (X) aus Mainz , ich glaube kaum das dieser verbastelte Uhren anbietet, Er ist inernational einer der renomiertesten Uhrmacher auf diesem Gebiet.
    Gruss Susi“

  • Ich denke du wirst nicht der Erste gewesen sein der sie über die Wahrheit informiert hat und zu sehen das man zig Tausend Euro versenkt hat ist natürlich eine harte Bandage.
    Mir hat sie eine ähnliche Antwort gegeben.....ich habe sie auch gefragt ob sie der Meinung ist, dass eine Expertiese die man sich selbst ausstellt etwas wert ist.

  • Ich würde mich zu solchen Dingen nur an den Anbieter wenden bei Kaufinteresse. Im Endeffekt geht es uns bei der Besprechung solcher Dinge nicht ums Recht haben im Sinne eines Schiedsgerichts. Natürlich ist die Uhr verbastelt aber wenn so etwas gerichtlich eskaliert, werden Gutachter hinzu gezogen, die noch weniger Ahnung haben. Das sind meistens Uhrmacher, die von Modellgeschichte nichts wissen. Deswegen passt bitte auf. Der Überbringer unangenehmer Nachrichten wird oft selbst attackiert.


    Gruß,
    Walter

  • Absolut korrekt. Daher habe ich mich auch ausgesucht höflich mit einem Kaufangebot an „Susi“ gewendet. Argumente gehören dann dazu und bilden nur die Meinung des Interessenten ab.
    An grossen Diskussionen mit der Anbieterin habe ich kein Interesse.

  • Ich bin mir sicher, dass der "Umbau" nicht vom angesprochenen Kollegen stammt.
    Er hat auftragsgemäß revidiert und den Kunden in seligem Unwissen gelassen.
    Die Expertise, gefüllt mit viel Allgemeinem, macht ja auch einen großen Bogen um Aussagen zur Originalität des Gehäuses. Der Neudruck des Blattes ist ziemlich unterirdisch, aber damals von den Z.-Druckern wohl nicht besser angeboten (k.A. ob die es heute besser können).


    Gruß, Frank

  • Das glaube ich gerne. Er hat ja auch einen sehr guten Ruf. Wenn überhaupt habe ich auch nur an eine Auftragsarbeit gedacht, weil der Kunde das genau so haben wollte.
    In der Tat sagt die Expertise soviel nicht aus. Wegen der Werksrestauration war ich ja auch scharf auf das Werk und den Deckel.
    Es war aber auch nur ein Hoffnungslauf, der Preis ist soweit ab von Gut und Böse...

  • Ja, da bin ich voll bei Euch! Ich glaube auch nicht, dass ein Uhrmacher von sich aus so einen Umbau macht, da steckt sicherlich ein Kundenwunsch dahinter. Meister B., so bin ich mir sicher, hat die Umarbeitung nicht gemacht ... aber trotzdem hat er ein fragwürdiges Zertifikat ausgestellt. Ich hab heute nachgeschaut und ja, ich habe die Werknummer unter ‚fragwürdig‘ seit einigen Jahren gelistet. Wie gesagt, auf der Börse in München wurde mir vor Jahren erzählt, dass es diese Frankensteins gibt.


    Nachtrag: Ich finds auch nicht ganz so schlimm, weil wir bei Hanhart - Gott sei Dank - nicht so von Fakes und Basteleien heimgesucht werden wie bei anderen, namhafteren und teureren Marken. Klar, es ist ärgerlich, aber bei Hanhart muss man sich eh einlesen, bevor man so was kauft. .... UND ja, dass kann man genau hier bei uns :D

  • Die hatte ich auch auf dem Schirm. Das ist ein Valjoux 23 in einer schönen Ausführung mit Genfer Streifen. Hanhart hat keineswegs Anfang der 60er Jahre aufgehört, Chronographen am Markt anzubieten. Lediglich die Produktion eines eigenen Kalibers wurde eingestellt. Es gab einen gängigen Typ mit dem Valjoux 23 und den damals verwendeten Hanhartlogo (70er Jahre). Deine Uhr ist wohl eine Variante.


    Hanhart mit Valjoux 23


    Gruß,

    Walter

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