Auszeichnungs- und Militäruhren der DDR

      Danke, war mir klar, dass Du so eine Uhr besitzt. ;) Eine seltene Spezichron 11-27 im DDR Edelstahlgehäuse; sieht man auch nicht alle Tage. Wie werden die preislich gehandelt?

      Gruß,
      Walter
      "Ich bin ein Höhlenbewohner. Die Zimmer mit Aussicht überlasse ich Ihnen" - G. Bachmann

      In der DDR gab es auch wertvolle und teure Uhren aus Eigenproduktion. Darunter finden sich insbesondere die Goldausführungen der Spezimatik (585 GG) aber auch die Spezimatik Taucheruhren TS 200 waren in der DDR verhältnismäßig teuer erwerbbar. Diese Politik kann man unter dem Stichwort Kaufkraftabschöpfung zusamenfassen. Gut verdienende Arbeiter horteten überschüssiges Geld für das es keine entsprechenden Konsumgüter gab. Also musst man die überschüssige Geldmenge abschöpfen mit teuren Produkten. So gelangte letztendlich auch der VW Golf in die damalige DDR. Hierüber und die wirtschaftlichen Zusammenhänge gibt es einen interessanten Artikel aus dem Jahr 1977:

      zeit.de/1977/51/kein-platz-fuer-autos/komplettansicht

      Reglmäßige Kaufkraftabschöpfung war neben der Devisenbeschaffung ein wichtiges wirtschaftpolitisches Instrument in der DDR. Schließlich wurde der Kaufkraftüberhang so groß, dass man sich gezwungen sah, die Verbraucherpreise zu erhöhen um so das Geld abfliessen zu lassen. Erich Honnecker verhinderte das Experiment in letzter Minute. bpb.de/geschichte/zeitgeschich…/126633/konsumsozialismus

      Gruß, Walter

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      Es gab auch eine Ruhla Electric Armbanduhr im 585er Gehäuse inkl. Metallband in gleicher Legierung und auch eine Frackuhr mit diesem elektromechanischem Werk im Goldgehäuse. Beides wurde Ende der 60er-/Anfang der 70er-Jahre verkauft.
      Viele Grüße
      Mario
      Hier ist eine solche GUB Golduhr in 585 Vollgoldgehäuse (Es gab auch eine Version mit Stahldeckel). Diese ist ein frühes Modell mit Kaliber 74 (ohne Datum) aus dem Jahr 1967. Einerseits sagt man, seien dies "Bonzenuhren" gewesen, die wegen des hohen Preises an SED Funktionäre verkauft wurden. Andererseits dienten sie der Geldabschöpfung - waren also für Jedermann, der den stolzen Preis bezahlen konnte. Davon gab es aber nicht wenige in der DDR. So mancher Akkordarbeiter bekam nämlich hohe Prämien ausbezahlt. In der Literatur ist immer zu lesen, die Gehäuse seien in Weimar gefertigt worden. Ehrlich gesagt kann ich mir das nicht vorstellen, zumal auf dem Deckel "Made in Germany" zu lesen ist. Was jemand von unseren Spezialisten mehr darüber? Gruß, Walter
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      Bei H.G. Donner finden sich keine detaillierten Angaben zur Herkunft der Goldgehäuse. Aber in einem Fall erwähnt er den Bezug eines Gehäuses aus Westdeutschland. Vgl. glashuetteuhren.de/kaliberuebe…uhrenbetriebe/kaliber-75/ Die Angaben in dem Buch von Werner Heinrich, Mechanische Armbanduhren aus Glashütte, 2007, sind da schon genauer. Auf Seite 165 bezieht er sich auf ein Kal. 74 Goldgehäuse mit Edelstahlboden, welches ansonsten baugleich mit der oben gezeigten Uhr ist. Dort heißt es: "Import Süddeutschland". Ebenso zu Kaliber 28.1, wo es auch S. 17 f. heißt: "Import aus Pforzheim". Ich denke die "Fehlerquelle" ist hier zu finden: "Waren die Gehäuse dieser Modellvariante aus der Weimarer Gehäusefertigung anfänglich noch komplett aus Gold mit einem Feingehalt von 585/1000, so wurde im Verlauf der Fertigungszeit der zum Gehäuse gehörige Druckboden nicht mehr in Gold, sondern in Edelstahl ausgeführt." Das steht so bei HG Donner zum Kal. 74 in 585 GG: glashuetteuhren.de/kaliberuebe…uhrenbetriebe/kaliber-74/ Dies wurde dann immer wieder zitiert. Auf der Seite der Weimarer Nachfolgefirma, die übrigens von Thomas Kemmerich! geleitet wird ist zu lesen: 1960: Eingliederung in die Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB) Mechanik. Funiturenfertigung für Zifferblätter und Zeiger, die zuvor vorwiegend aus der Bundesrepublik Deutschland und teilweise aus Frankreich eingeführt wurden. Das bedeutet, dass der Weimarer Betrieb die Teile nur beschaffte. Eine Produktion kann im Fall der Goldgehäuse dem Betrieb somit nicht zugeschrieben werden. Gruß, Walter
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      Im Schaufenster eines Trödelladens habe ich diese Spezimatic entdeckt. Trotz aller Verrenkungen und Yogaübungen vor dem Schaufenster nach Ladenschluß habe ich auf dem Preisschildchen nur gesehen, daß die Uhr etwas über €200.- kosten soll.
      Für mich wäre es eine Art „Beifang“ und ein kleiner Ausflug in die DDR-Uhrenwelt.
      Meint Ihr, daß die Uhr das wert ist?
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      Interessant ist bei den DDR Uhren den Bezug zum damaligen Einkommen herzustellen. Hochwertige Uhren kosteten teilweise locker ein monatliches Durchschnittseinkommen und sogar mehr. (Quelle: statista.de) Gruß, Walter
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      travis1963 wrote:

      Hier wird nach längerer Zeit wieder eine Spezimatic im TS 200 Gehäuse angeboten. Die Uhr ist aus dem 3. Quartal 1970 und hat eine falsche Lunette.

      <p>Gruß,
      Walter</p>


      Ergebnis: € 1363; erstaunlich angesichts des eher schlechten Zustands.

      Gruß,
      Walter
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